Bilderweltarchiv 2022

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Fake News

Informationen und Nachrichten gehören zu den wichtigsten Gütern unserer Zeit. Mit Nachrichten wird gehandelt, wie mit festen Waren. Da ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Nachrichten auch wahr sind und ihre Botschaft stimmt. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Durch unterschiedliche Bewertungen und Deutungen, durch manipulierte Fakten und fehlende Recherche wird der Wahrheitsgehalt vieler Nachrichten in Frage gestellt. Sie werden als Fake News bezeichnet. Dieser Begriff wird dann je nach Lager einander gegenseitig vorgeworfen. Jeder spricht der anderen Seite die Wahrheit ab! Welcher Nachricht kann ich noch glauben, welcher Botschaft vertrauen? 

Sieben Schalen des Zorns

In den Fenstern der Westseite der Autobahnkirche sehen wir unter den Gesichtern  der Engel aus der Apokalypse die sieben Schalen des Zorns, die sie über die Erde ausgießen. Sie stehen für sieben Plagen, die entsprechend der zehn Plagen, die über Ägypten kamen, jetzt über die Menschheit ausgegossen werden. Diese neuen Plagen sind nach der Offenbarung des Johannes: schlimme Geschwüre für diejenigen, die mit dem Zeichen des Tieres versehen wurden, alles Meerwasser wird zu Blut und zieht den Tod alles Lebens im Meer nach sich, Flüsse und Quellen werden zu Blut, die Sonne versengt die Menschen mit großer Hitze, Finsternis herrscht über dem Reich des Tieres, der Euphrat trocknet aus und schließlich werden alle Inseln und Berge durch das größte Erdbeben seit Menschengedenken vernichtet und zentnerschwere Hagelkörner zerstören das Leben auf der Erde. 

Weltanschauung

Wie schauen wir eigentlich auf unsere Welt? Diese Frage scheint überflüssig, weil wir unsere Weltsicht ganz selbstverständlich haben und sie normalerweise auch nicht in Frage stellen. Jeder Mensch hat sein Weltbild, das tiefer reicht als das, was wir als Weltanschauung beschreiben. Heute sind wir in unserem Weltbild einig, dass die Erde keine Scheibe mehr ist und dass sie - aber da scheiden sich schon die Geister - im Verlauf von 16 Milliarden Jahre aus dem Urknall heraus entstanden ist. Mit dem Weltbild sind auch Fragen verbunden, die sich mit unserem Menschsein und letztlich auch mit dem Sinn des Ganzen befassen. 

Die Hölle verdient?

Ein reicher Mann kommt nach seinem Tod in die Hölle, ein armer, der vor dessen Tür lag, findet sich in Abrahams Schoß im Himmel wieder. So erzählt es Jesus in einem Gleichnis im Lukas-Evangelium (Lukas 16,19-31) Vom Reichen schreibt Lukas: »In der Totenwelt litt er große Qualen. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham, und Lazarus auf dem Platz neben ihm. Da rief er laut: ›Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und meine Zunge ein wenig kühlen, denn das Feuer hier brennt entsetzlich.‹ Aber Abraham sagte: ›Mein Sohn, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten das dir zugemessene Glück erhalten hast, Lazarus aber nur Unglück. Dafür kann er sich nun hier freuen, während du Qualen leidest.‹« (Lukas 16,23-25) 

Himmlische Freuden

Wenn es den Himmel gibt, wie sieht es da aus? Wir können uns keine Vorstellung davon machen, das einzige, was wir tun können, ist, dass wir unsere erlebten Glückszustände in die Ewigkeit hinein verlängern. Doch wir kommen da an Grenzen. Die biblischen Geschichten helfen auch nicht weiter, weil sie lediglich Geschichten sind, die von uns verlangen, dass wir uns positionieren und eine Entscheidung treffen. Jesus bezieht sich in seinen Gleichnissen immer wieder auf den Himmel, aber auch er gibt keine Beschreibung von dem, was und wie es dort sein wird. Im Gleichnis vom armen Lazarus und dem reichen Prasser (Lukas 16,19-31) erhält Lazarus als Belohnung für seine Leiden hier auf Erden den Himmel geschenkt, der Prasser landet in der Hölle, weil er schon genug des Guten genossen hat. 

Die Hand des Engels

Wer wäre nicht gerne von einem Engel angerührt? Wer ließe sich nicht gerne von einem Engel an die Hand nehmen, damit er gut und sicher durchs Leben geleitet wird? Wir kennen den Schutzengel, zu dem Kinder früher gebetet haben, damit sie beschützt werden. Diese leitende, führende und schützende Figur ist ein großartiges Bild dafür, wie wir uns ein gutes und sicheres Leben vorstellen. An der Ostseite der Fenster in der Autobahnkirche sehen wir einen Engel der Apokalypse, der seine Hand ausstreckt. 

Auferweckung auch heute noch?

Der wichtigste Glaubensinhalt für das christliche Selbstverständnis ist die Auferweckung Jesu. Es ist der Kern jeder christlichen Verkündigung. Aber mit dieser Feststellung hören auch schon alle Selbstverständlichkeiten auf. Was ist mit dem schillernden Begriff Auferweckung gemeint? Gibt es eine Definition dessen, was vor fast 2000 Jahren passiert sein soll? Können wir über unseren Glauben so sprechen, dass wir diese Selbstverständlichkeiten auch wirklich mit Leben füllen können und das buchstäblich? Man hat doch oft den Eindruck, als wäre die Auferweckung Jesu so selbstverständlich, dass sie nicht mehr bewiesen werden muss, sondern als gesetzt gilt.

Farbloser Pilatus

Pilatus gehört zu den wenigen Gestalten an der Autobahnkirche, die namentlich bezeichnet werden, auch wenn die Handlung, die er vollzieht, ihn eindeutig zuordnet. Er wäscht seine Hände in Unschuld. Auf seinem Gewand erscheint sein Name unter einem blutroten Farbklecks. Pilatus wird ansonsten ohne irgendwelche Farbe ausgeführt, er versteckt sich in der Farblosigkeit. Wer farblos bleibt, der fällt nicht auf, der kann sich im Hintergrund halten und muss keine Verantwortung übernehmen. Er macht sich die Hände nicht schmutzig und lässt andere für sich arbeiten und entscheiden. Es ist das Verhalten eines Mitläufers. 

Engel hoch sechs

In den westlichen Fenstern der Autobahnkirche sehen wir sechs Gesichter, ganz gewöhnliche Gesichter, alltägliche Gesichter von unterschiedlichen Personen. Nach Emil Wachter sind es Gesichter von sechs Engeln, die die sieben Siegel in der Apokalypse öffnen. Wenn wir Engel darstellen, gehen wir meist von idealisierten Figuren aus, die die besten Eigenschaften der Menschen in sich tragen und die mindestens dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Anders hier an der Autobahnkirche. Selten lässt sich bei den vielen Gesichtern, die Emil Wachter zeigt, darauf schließen, wer hier jetzt dargestellt ist. Zu gewöhnlich sind diese Gesichter, zu sehr mit unserer Zeit verbunden, als dass wir eine Verbindung zum biblischen Geschehen herstellen können.

Zuschauen oder Anpacken

Zwei Augen und zwei Hände sehen wir am Abrahamstor der Autobahnkirche. Sie stehen für die wichtigsten Tätigkeiten des Menschen. Augen und Hände sind wohl ausschlaggebend gewesen, dass wir unsere Kultur hervorgebracht haben. Es ist wichtig, dass wir uns unsere Welt, in der wir leben, erschließen. Dazu brauchen wir einen guten Blick für das, was ist. Vor allem aber auch den Blick dafür, wie es ist. Da wirkt natürlich unser Verstand im Hintergrund. Und wenn wir erkannt haben, was und wie etwas ist, dann können wir im wahrsten Sinn des Wortes zugreifen und gestalten. Ohne unsere Hände wären wir machtlos. 
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Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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