Bilderweltarchiv 2022

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Sarah, die Fürstin

Sie schaut schon etwas verbiestert in die Welt, Sarah, die Frau von Abraham. Mit ihren markanten Gesichtszügen strahlt sie Autorität und wilde Entschlossenheit aus. Sie st eine Frau, die weiß, was sie will. So sieht sie Emil Wachter und so stellt er sie am Abrahamstor mit dieser herrscherlichen Haltung dar. 
Wenn von den Erzvätern gesprochen wird, führt sie ein Schattendasein, sie tritt hinter Abraham, Isaak und Jakob zurück. Aber sie ist genauso wichtig wie Abraham selbst, denn ohne sie würde die Verheißung, dass aus Abraham ein Volk erwachsen soll, dessen Angehörige so zahlreich wie Sterne am Himmel sind, ins Leere laufen. 

Tränenkelch

Das Fenster an der Südseite der Autobahnkirche, das die Szene im Garten Gethsemane zeigt, hat in der Mitte eine eigenartige Darstellung. Als eine goldene Schale könnte man sie deuten, in die Wassertropfen fallen. Oder sind es Tränen? Wenn wir uns Jesus in Todesangst vorstellen, dann liegt es nahe, hier seine Tränen zu sehen, die in der Schale aufgefangen werden. Er sagt bei seiner Verhaftung: »Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?« (Johannes 18,11) Hier geht es nicht um den Kelch, der ausgetrunken werden soll, sondern um den, der erst noch gefüllt wird. 

Partystimmung

Es geht drunter und drüber. Musik und Gesang, Alkohol fließt in Strömen, Sex and Drugs and Rock 'n Roll, die Stimmung ist ausgelassen, das Leben wird in vollen Zügen genossen. Heute würde man sagen: ein tolles Fest, eine richtig gute Party. Doch diese Meinung wird nicht allerorten geteilt. Glaubens- und Sittenwächtern sind solche Feste ein Gräuel. Die Moral geht dabei zugrunde und die Menschen werden verdorben. Am Abrahams-Tor, für das Emil Wachter diese Darstellung geschaffen hat, geht es um das Thema »Sodom und Gomorrha«.

Meistens kommt es anders

Kaum eine biblische Gestalt versucht sich so sehr dem Anspruch Gottes zu widersetzen, wie der Prophet Jona. Wir sehen ihn am Abrahamstor dargestellt. Dort ist er der Wasserspender am Brunnen. Was macht diesen Propheten aus? Das kurze Buch Jona schildert in einer Parabel die Ereignisse. Jona erhält den Auftrag, der Stadt Ninive den Untergang anzukündigen, weil die Menschen dort nicht nach den Geboten Gottes leben. Jona weigert sich und flüchtet ans andere Ende der Welt. Dort kommt er aber nie an. 

Rein und unschuldig

Wer die Autobahnkirche betritt, geht direkt auf das Fenster zu, in dessen Mittelpunkt das Lamm steht. Es ist ein Bild aus der Offenbarung des Johannes. In dieser Erzählung ziehen alle Völker zum Lamm, um es anzubeten. Es steht für Jesus Christus. Das Lamm als schwaches Tier, das immer wieder den wilden Tieren zum Opfer fällt, schien ein gutes Sinnbild für das Leben und das Sterben Jesu Christi zu sein. In biblischen Zeiten waren es ja nicht nur die wilden Tiere, die den Lämmern nachsetzten, sondern unzählige religiöse Riten forderten das Opfern von Tieren, die eigentlich zum Lebensunterhalt gebraucht wurden. Mit dem Opfer, das möglichst unschuldig, makellos und rein sollte, versuchte man, die Gunst Gottes zu erlangen. Man gab etwas Wertvolles, um Gott gnädig zu stimmen.

Nimm mich, lass mich

Da wartet eine große Aufgabe auf dich, die du gerne wahrnehmen würdest. Du bist dir aber nicht sicher, ob du das wirklich tun sollst. Vielleicht traust du es dir doch nicht ganz zu, fühlst dich etwas überfordert und kennst dazu noch jemanden, der oder die das sicherlich besser könnte als du selbst. Aber da ist das Reizvolle, die Herausforderung, vor die du dich gestellt siehst, du fühlt dich geschmeichelt, weil da jemand ist, der dir das alles zutraut. »Soll ich, soll ich nicht?« Diese Frage wird hin und her gewälzt und es gibt keine eindeutige Antwort. Am Elia-Turm sehen wir den Propheten Elia, der mit sich ringt.

Behütet und beschützt

Der Prophet Elia hat sich immer des Schutzes Gottes erfreut. Er konnte gar nicht fehlgehen, weil er wusste, das Gott auf seiner Seite steht. Zwar hat er immer auch daran gezweifelt, aber die Grundrichtung seines Lebens war so, dass er sich sicher war, dass er den Schutz nie verlieren würde. So stellt ihn Emil Wachter an der Westseite des Elia-Turmes an der Autobahnkirche dar. Elia, geborgen in einem Trapez ist umgeben von Blütenranken. Er ist geschützt, wie Dornröschen im Schloss. Auch die tödliche Verfolgung durch König Ahab und Königin Isebel können ihm nichts anhaben.

Verbotene Bäume

Bäume sind Zeichen für das Leben. Nicht zuletzt in Stammbäumen drücken wir unsere Herkunft aus und zeigen damit, wo unsere Wurzeln sind und wo wir herkommen. Deshalb spielen in allen Religionen Bäume eine wichtige Rolle. Sie tauchen in verschiedenen Mythen immer wieder auf. So auch in der Schöpfungsgeschichte im zweiten und dritten Kapitel im Buch Genesis. Da ist vom Baum des Lebens und vom Baum der Erkenntnis die Rede. Es sind verbotene Bäume, die den Menschen vorenthalten bleiben. Die zwangsläufige Übertretung des Verbots begründet das Dasein des Menschen als Wesen, das unter Schmerzen zur Welt kommt und das sich sein Überleben durch schwere Arbeit sicheren muss.

Grausame Schönheit

Schönheit und Macht trafen im Lauf der Geschichte immer wieder aufeinander. Diese Allianz war dann nicht immer zum Besten der Untertanen und gereichten auch den Herrschenden nicht immer zum Wohl. Wer nach menschlichen Ermessen mit Schönheit gesegnet war, verdankte dies weniger den eigenen Fähigkeiten, sondern viel eher den Erbanlagen und bekam dies als Gabe mit auf den Weg ins Leben. Ob man reich oder mächtig war, hat normalerweise keine Rolle gespielt. Wenn Schönheit, Reichtum und Macht zusammentrafen, dann waren dies meist politisch turbulente Zeiten, in denen Geschichte gemacht wurde.

Nur geerdet reicht nicht

Immer wieder wird betont, wie wichtig es ist, dass wir gut geerdet sind. Und das ist richtig. Ohne eine gute Bodenhaftung würden wir haltlos im Raum herum schweben und nicht so richtig wissen, wo wir sind und wo wir hingehören. Gerade für unser geistliches Leben ist eine gute Bodenhaftung unerlässlich. So beugen wir Schwärmerei vor, wir vertrauen nicht nur unserer Intuition, sondern auch unserem kritischen Verstand, mit dem wir verschiedene Phänomene deuten und in ihrer Bedeutsamkeit für unser Leben einordnen können.
Ergebnisse 41 - 50 von 52
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.