Der Elia-Turm

 
Das Verhältnis zwischen Religion und der politischen Macht muss für jede Zeit neu ausgehandelt werden. Für die Auseinandersetzung zwischen VertreterInnen der Religionen und denjenigen, die die politische Macht in Händen halten, steht der Elia-Turm im Norden der Autobahnkirche. Das Gespräch der Mächtigen und der Religion ist auch in unseren demokratischen Zeiten nicht einfach. In Gestalt des biblischen Elia kommen beide Komponenten zum Tragen.
Elia stand immer im Konflikt mit dem König von Juda. Er wurde verfolgt und mit dem Tode bedroht. Aber er scheute auch die Auseinandersetzung nicht. Er setzte sich als Eiferer, als Gotteskrieger für seine Religion ein und schreckte auch vor Gottesurteilen und religiös motiviertem Massenmord nicht zurück. Dieser Elia kann heute kaum als Vorbild zu vermittelt werden. Der fundamentalistischen Position steht der Mystiker entgegen, der eine unbeschreibliche Gotteserfahrung macht, als er Gott nicht im Sturm, nicht im Gewitter und auch nicht im Erdbeben erlebt, sondern im leisen Säuseln des Windes. Elia wird als einer der wenigen Menschen leibhaftig in den Himmel aufgenommen.
Wie lösen wir den immer wieder aufbrechenden Konflikt zwischen Religionen und weltlicher Macht? Weder der Gottesstaat noch die strikte Trennung zwischen Religion und Staat können endgültige Lösungen bieten. Elia hat für seine Zeit die Antwort gefunden, doch die ist für uns heute nicht mehr lebbar. Wie lösen wir es für heute?
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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