Farbloser Pilatus

Bilderwelt 294 ABK Fenster S - Pilatus 1zu5.jpg
Pilatus gehört zu den wenigen Gestalten an der Autobahnkirche, die namentlich bezeichnet werden, auch wenn die Handlung, die er vollzieht, ihn eindeutig zuordnet. Er wäscht seine Hände in Unschuld. Auf seinem Gewand erscheint sein Name unter einem blutroten Farbklecks. Pilatus wird ansonsten ohne irgendwelche Farbe ausgeführt, er versteckt sich in der Farblosigkeit. Wer farblos bleibt, der fällt nicht auf, der kann sich im Hintergrund halten und muss keine Verantwortung übernehmen. Er macht sich die Hände nicht schmutzig und lässt andere für sich arbeiten und entscheiden. Es ist das Verhalten eines Mitläufers. Er profitiert vom System, er hat Privilegien, die er nicht verlieren will. Er hat Macht und spielt diese aus. Aber wenn er gefordert wird, dann duckt er sich weg und lässt andere in die vordere Reihe treten.
Doch so ungeschoren, wie er es sich ausrechnet, kommt er nicht davon. Er hat saubere Hände, aber auf seinem Gewand prangt ein großer Blutfleck. Er hat etwas abgekriegt und geht nicht unbeschadet aus der ganzen Situation heraus. Im Evangelium tritt er als Machtpolitiker auf, der zwischen verschiedenen Interessen vermitteln  und es sich mit keiner Seite verderben will. Aber Die Geschichte hat ihn hinweggefegt. Sein Name wird fast nur noch in den Evangelien überliefert und da ist er einer derjenigen, die Mitschuld am Tod Jesu haben. Die Geschichte hat ihn zur Verantwortung gezogen, es hat ihm nichts geholfen, sich die Hände in Unschuld zu waschen. 
Bilderwelt 294 Lageplan.jpg
Diese symbolische Handlung hat ihm nichts gebracht. Sich Wegducken ist keine Lösung, denn was scheinbar im Augenblick hilft, wird im Laufe der Zeit zur schweren Hypothek. Er kann nicht farblos bleiben, denn er hat seinen Teil zum Tod Jesu beigetragen, der Blutfleck auf seiner sonst weißen Weste spricht Bände. Emil Wachter legt mit seiner Darstellung den Finger auf diese Wunde. Es hilft ihm nichts, farblos zu bleiben. Der an sich kleine Fleck sticht ins Auge und spricht das Urteil über ihn. Eine Mahnung an uns alle.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 06.10.2026
Kontemplation
Di. 13.10.2026
Kontemplation
Di. 20.10.2026
Kontemplation
Di. 27.10.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.