Farbloser Pilatus

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Pilatus gehört zu den wenigen Gestalten an der Autobahnkirche, die namentlich bezeichnet werden, auch wenn die Handlung, die er vollzieht, ihn eindeutig zuordnet. Er wäscht seine Hände in Unschuld. Auf seinem Gewand erscheint sein Name unter einem blutroten Farbklecks. Pilatus wird ansonsten ohne irgendwelche Farbe ausgeführt, er versteckt sich in der Farblosigkeit. Wer farblos bleibt, der fällt nicht auf, der kann sich im Hintergrund halten und muss keine Verantwortung übernehmen. Er macht sich die Hände nicht schmutzig und lässt andere für sich arbeiten und entscheiden. Es ist das Verhalten eines Mitläufers. Er profitiert vom System, er hat Privilegien, die er nicht verlieren will. Er hat Macht und spielt diese aus. Aber wenn er gefordert wird, dann duckt er sich weg und lässt andere in die vordere Reihe treten.
Doch so ungeschoren, wie er es sich ausrechnet, kommt er nicht davon. Er hat saubere Hände, aber auf seinem Gewand prangt ein großer Blutfleck. Er hat etwas abgekriegt und geht nicht unbeschadet aus der ganzen Situation heraus. Im Evangelium tritt er als Machtpolitiker auf, der zwischen verschiedenen Interessen vermitteln  und es sich mit keiner Seite verderben will. Aber Die Geschichte hat ihn hinweggefegt. Sein Name wird fast nur noch in den Evangelien überliefert und da ist er einer derjenigen, die Mitschuld am Tod Jesu haben. Die Geschichte hat ihn zur Verantwortung gezogen, es hat ihm nichts geholfen, sich die Hände in Unschuld zu waschen. 
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Diese symbolische Handlung hat ihm nichts gebracht. Sich Wegducken ist keine Lösung, denn was scheinbar im Augenblick hilft, wird im Laufe der Zeit zur schweren Hypothek. Er kann nicht farblos bleiben, denn er hat seinen Teil zum Tod Jesu beigetragen, der Blutfleck auf seiner sonst weißen Weste spricht Bände. Emil Wachter legt mit seiner Darstellung den Finger auf diese Wunde. Es hilft ihm nichts, farblos zu bleiben. Der an sich kleine Fleck sticht ins Auge und spricht das Urteil über ihn. Eine Mahnung an uns alle.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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