„Das Labyrinth gleicht der Landkarte unserer Seele.
Wer es betritt, macht sich auf den Weg zu sich selbst.
Diese Reise führt direkt in das Zentrum unserer eigenen Kraft und Weisheit.“
Gernot Candolini.
Vom Wesen des Labyrinths
Ein Labyrinth ist ein Weg, welcher mit einem maximalen Umweg, mit vielen Wendepunkten zur Mitte führt. Auf den ersten Blick ist ein Labyrinth unübersichtlich, verwirrend, aber im Gegensatz zum Irrgarten führt es unweigerlich zum Ziel - aber nur, wenn man den Weg unbeirrt weitergeht, wenn man Wendepunkte akzeptiert, scheinbare Rückschritte hinnimmt und Geduld aufbringt und nicht verzagt.
Zunächst scheint es einfach, die Mitte scheint nah, sie wird mehrfach umrundet, die Entfernung zur Mitte wird vermeintlich größer und droht aus dem Blick zu geraten.
Dies lässt Zweifel aufkommen, wirklich auf dem richtigen Weg zu sein, wirklich jemals am Ziel anzugelangen. Der Weg, die Ziele, letztlich der Einzelne selbst wird in Frage gestellt. Das Labyrinth wird zum Symbol für das eigene Leben.
Labyrinthe stellten Fragen, denen Menschen, auch wir modernen Menschen im 21. Jahrhundert nicht ausweichen können: Warum gehe ich weiter? Was hilft mir dabei? Was beflügelt mich? Worauf vertraue ich?
Hier kommt auch die religiöse Dimension ins Spiel: Welche Rolle spielt mein religiöser Glaube auf diesem Weg, an den Wendepunkten, wenn es eng und schwierig wird, wenn ich ungeduldig werde? Gibt mir mein Glaube Kraft? Beflügelt er mich?
Ist die Mitte erreicht, muss das Labyrinth auf demselben Weg verlassen werden, der Weg beginnt von neuem. In der Mitte wurde etwas aufgenommen oder zurückgelassen. Loslassen, Abschied nehmen, aber auch Neuorientierung begleiten den Weg zurück.
Mit dir unterwegs
im Labyrinth – des Lebens- der Beziehung – der Liebe;
das Ziel ist mein Glück, dein Glück,
ist unser Glück. miteinander
Und immer wieder scheint das zum Greifen nahe,
doch dann windet sich der Weg davon weg.
Deine und meine Grenzen,
deine und meine Möglichkeiten,
deine und meine Schwierigkeiten
lassen den Weg sich winden.
Und ich bin mit dir unterwegs-
trotzdem und deswegen.
Und was ich fühle und denke,
und was du fühlst und denkst,
wer jeder und jede im Kern ist,
das können wir in dem Windungen erahnen,
das nehmen wir mit auf dem Weg.
Und im weiter Unterwegssein
wächst das Vertrauen, dass der Weg uns
zum gleichen Ziel führt,
dass wir uns immer wieder begegnen,
auch wenn wir uns manchmal nicht im Blick haben,
und dass der Weg letztlich zur Mitte, zum Zentrum führt.
Und wenn wir dieses wieder verlassen,
sind wir nicht mehr die gleichen,
wir wissen von der Dynamik des Weges,
vom Loslassen und Wiederfinden,
vom Ankommen und Aufbrechen,
und von der Erfahrung, sich und einander zu begegnen.
Vielleicht wächst daraus die Möglichkeit,
dich so sein zu lassen, wie du bist,
mich so zu lieben, wie ich bin,
nichts zu fordern, was wir nicht sind und nicht sein werden,
sondern zu ahnen, wer wir im Kern, wie wir wesentlich sind.
Und dann wissen wir, dass wir auf dem Weg
unseres Lebens und unserer Liebe sind!
Renate Mörmann
Aus Gründen des Urheberrechts geben wir für die folgenden Lieder und Texte lediglich die Quellen an. Klicken Sie auf die Links und Sie kommen auf die entsprechenden Seiten:
Versengold: Augen auf und durch (Gib nicht auf)
Rilke: Du, ich bin / Von dir durch Regengassen
Julia Engelmann: Das Lied
Katie Melua: Thank You Stars
Lina Maly: Unterwegs
Lied zur Jahreslosung 2023: Du bist ein Gott, der mich sieht
Zweitgeist: Wenn du willst
Wechselnde Pfade, Schatten und Licht. Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht!
Karl Adamek: Wieder nach langem Weg
Wieder nach langem Weg
schließt sich ein Kreis.
Feier und danke dem Leben.
Ernte die Früchte
und singe und weiß,
ich werd' sie weitergeben.