Engel hoch sechs

In den westlichen Fenstern der Autobahnkirche sehen wir sechs Gesichter, ganz gewöhnliche Gesichter, alltägliche Gesichter von unterschiedlichen Personen. Nach Emil Wachter sind es Gesichter von sechs Engeln, die die sieben Siegel in der Apokalypse öffnen. Wenn wir Engel darstellen, gehen wir meist von idealisierten Figuren aus, die die besten Eigenschaften der Menschen in sich tragen und die mindestens dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Anders hier an der Autobahnkirche. Selten lässt sich bei den vielen Gesichtern, die Emil Wachter zeigt, darauf schließen, wer hier jetzt dargestellt ist. Zu gewöhnlich sind diese Gesichter, zu sehr mit unserer Zeit verbunden, als dass wir eine Verbindung zum biblischen Geschehen herstellen können.
Das muss aber auch nicht sein, denn so sind wir auf eine ganz besondere Art und Weise herausgefordert. Je alltäglicher die dargestellten Gesichter sind, umso eher sind wir direkt angesprochen. Das ist ein Zeitgenosse von dir und mir. Ja, das könntest sogar du sein. Und wenn es jetzt Engel sind? Diese können dir jeden Augenblick begegnen, du selbst kannst so ein Engel sein. Dazu brauchen wir weder Flügel, noch einen idealen Körper, es reicht, wenn wir so sind, wie wir sind. Mit allem, was wir mitbringen, mit alldem, was uns ausmacht, müssen wir uns nicht verstecken. Wir sind Teil der Heilsgeschichte und wirken an Gottes Plan mit. Und dazu müssen wir gar nichts besonderes sein oder Tun. Es reicht so zu sein, wie wir sind. 
Das ist immer schon Kern der Botschaft Jesu, der Evangelien, der Briefautoren im Zweiten Testament und nicht zuletzt von Johannes, dem Verfasser der Apokalypse, gewesen. Selbst wenn Johannes von Vernichtung schreibt, weist er auf das hin, was uns rettet: Das Leben aus der Hoffnung heraus, dass es gut wird, dass alles in Hand Gottes geborgen ist. Das ist die Botschaft, die allen Menschen gilt, das können alle Menschen leben. Dazu müssen wir nicht Engel sein, aber wir können uns in die große Gemeinschaft eingliedern, die von diesen sechs Engeln angeführt wird. 
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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