Kontemplation in der Autobahnkirche - Sitzen in der Stille

 

Kontemplation in der Autobahnkirche - Sitzen in der Stille

»Ich will sitzen
und will schweigen
und will hören,
was Gott in mir redet.«
Meister Eckhart
 
Kontemplation ist Gebet in Form gegenstandsloser Meditation ohne eigene Gedanken, Worte oder innere Bilder. Als christliche Kontemplation wurzelt sie in den Erfahrungen christlicher Mystiker in den westlichen und östlichen Kirchen.
Das kontemplative Gebet überschreitet die üblichen Vorstellungen von Beten, weil es nicht mehr unsere Worte und Gedanken sind, mit denen wir mit Gott in Verbindung treten; es ist unser einfaches DASEIN vor und in Gott.
Das Wort Kontemplation (wörtlich: Betrachtung, Schau) benennt die Praxis dieses Gebetes und beschreibt zugleich die Frucht einer oft jahrelangen Übung: Das Erkennen des einigenden Grundes in den vielen Facetten unserer Lebenswirklichkeit.
Durch regelmäßige Praxis wächst mit der Zeit die Sensibilität dafür, dass wir in jedem Augenblick, bei jedem Atemzug in Gottes Gegenwart eingebettet SIND. Wir üben zu lassen: die eigenen Worte, die inneren Bilder, Pläne und Gedanken, um leer zu werden für die Erfahrung von Gottes Gegenwart in uns. Daher gehen die Übung der Kontemplation und der Achtsamkeit im Alltag Hand in Hand.
Hilfreich ist dabei die Zen-Meditation, die als Geschenk aus dem Osten unsere westliche Spiritualität bereichert. Sie führt durch das aufrechte, stille Sitzen in die Haltung, die das kontemplative Gebet ermöglicht. Die Erfahrungen aus der christlichen Mystik ziehen einen Horizont auf, der unser alltägliches Leben ausrichtet und unserem Glauben neue Impulse gibt.
 
»Gott kommt nicht erst
in den Menschen hinein,
er ist wesenhaft darin.«
Meister Eckehart

Jeweils dienstags von 20:00 - 21:45 Uhr
in der
Autobahnkirche Baden-Baden
Vorkenntnisse für Meditation und Kontemplation sind nicht erforderlich. Bei den Treffen wird, wenn nötig, eine Einführung gegeben. Matten und Sitzkissen bzw. Stühle sind vorhanden, bringen Sie eine Decke mit, um eventuellem Frieren vorzubeugen. Als Kleidung empfehlen wir einfache, warme und bequeme Freizeitkleidung.
Neben den einzelnen Abenden der Kontemplation bieten wir immer wieder im Rahmen der Dienstagabende thematische Reihen von 4-6 Abenden an, die einem besonderen Thema aus der Mystik und der Meditation gewidmet sind. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf unserer Internetpräsenz:
www.autobahnkirche-baden-baden.info

Norbert Kasper, Jahrgang 1962, Pastoralreferent, ist Lehrer der Lassalle-Kontemplationsschule »Via Integralis«, in der christliche Kontemplation mit der Zen-Meditation eine sich gegenseitig befruchtende Verbindung eingeht. Er ist Seelsorger an der Autobahnkirche Baden-Baden und in der Kirchengemeinde Vorderes Murgtal und Notfallseelsorger.

Bitte melden Sie sich persönlich,
telefonisch (01520 7858813) oder
per Mail (norbert.kasper@kath-baden.de) an.
 
 
 
 
 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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