Viele Mariendarstellungen orientieren sich an der Beschreibung einer Frau, die in der Offenbarung des Johannes gegeben wird. Diese Frau wird mit Maria gleichgesetzt, weil sie einen Sohn geboren, der bedroht war und zu Gott entrückt wurde. »Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.« (Offg 12,1) So steht Maria, auf der Erdkugel, mit dem Mond zu ihren Füßen. Die Sonne umstrahlt sie und ein Kranz von Sternen umgibt ihr Haupt. Sie trägt ihren Sohn auf dem Arm. Ganz anders diese Darstellung von Emil Wachter in der Autobahnkirche. Man sieht nur das Gesicht der Frau, ihre Haare wehen im Wind. Ein Kranz aus zwölf Strahlen umgibt sie. Und außen herum ein Kreis mit zwölf Sternen, die wie Edelsteine funkeln.
Bilderweltarchiv 2018
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
Nur mit Ochs und Esel
24.12.2018
In den Evangelien ist nicht davon die Rede, dass Ochs und Esel an der Krippe gestanden sind. Bei Lukas lesen wir, dass Jesus in einem Stall geboren wurde und in eine Krippe gelegt wurde. Von Ochs und Esel ist da keine Spur, man kann allerhöchstens auf ihre Existenz schließen. Und doch sind beide Tiere nicht mehr von der Krippe wegzudenken, ja sie gehören schon zu den ältesten Krippendarstellungen. Und wir wollen natürlich auch nicht bei unseren Weihnachtskrippen darauf verzichten, denn sie dienen nicht zuletzt der Atmosphäre eines heimeligen Stalls.
Zeichen der Liebe
17.12.2018
Es gibt unzählige Darstellungen vom letzten Abendmahl und in der Autobahnkirche darf sie wohl auch nicht fehlen. Im Fenster an der Südseite sieht man Jesus, wie er mit seinen Jüngerinnen und Jüngern am Tisch sitzt. Im gemeinsamen Mahl wird eine Verbindung untereinander geschaffen, alle haben Teil am Leben Jesu, das er mit ihnen teilt. Es ist hier weniger das Opfer sichtbar, auch nicht die Hingabe im engeren Sinn, sondern an der Stelle des Herzens Jesu sieht man mit dem roten Kreis das Zeichen für das Leben in Gestalt des Brotes, das sie untereinander teilen.
Was gibt's Neues?
10.12.2018
»Ich mache alles neu!« So zitiert Emil Wachter die Apokalypse und zeigt mit dem Fenster in der Autobahnkirche eine der wichtigsten Aussagen der Heiligen Schrift, vielleicht eine der bedeutendsten Aussagen aller Religionen überhaupt. »Ich mache alles neu.« Was ist damit gemeint? Und wer spricht diesen Satz aus und setzt ihn in die Wirklichkeit um?
Neuanfänge fallen nicht vom Himmel, sie kommen selten unvermittelt, sie deuten sich schon lange vorher an und werden auch erwartet. Wenn die Zeit reif ist, fängt etwas Neues an. Oft merkt man erst im Rückblick, dass etwas Neues begonnen hat.
Neuanfänge fallen nicht vom Himmel, sie kommen selten unvermittelt, sie deuten sich schon lange vorher an und werden auch erwartet. Wenn die Zeit reif ist, fängt etwas Neues an. Oft merkt man erst im Rückblick, dass etwas Neues begonnen hat.
Erde und Himmel verbinden
03.12.2018
Unser alltägliches Erleben ist zweigeteilt. Wir kennen die Welt in uns, das Subjektive, und die Welt außerhalb, das Objektive. Die Innenwelt können wir nur unzureichend beschreiben. Gefühle sind kaum angemessen wiederzugeben. Ganz im Gegensatz zur Außenwelt. Deren Phänomene lassen sich sehr gut erfassen, messen, einordnen und beschreiben. Unsere Lebensaufgabe besteht nun darin, beides in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Wie sieht es jetzt aber aus, wenn wir diese beiden Welten, in denen wir leben, als Himmel und Erde beschreiben? Der subjektive Teil ist der Himmel, der objektive die Erde. Wie bringe ich die beiden nun zusammen?
Lebensbaum
An verschiedenen Stellen begegnet uns an der Autobahnkirche das Motiv des Lebensbaums. Am deutlichsten zeigt ihn Emil Wachter am Hauptportal. Wer in die Kirche geht, muss am Lebensbaum vorbei, er muss durch diesen Baum des Lebens hindurchgehen.
Schon im Buch Genesis wird vom Baum des Lebens erzählt, es bleibt aber unklar, welche Funktion er hat und wie das Leben aussieht, das von ihm ausgeht. Grund genug, um über das Wesen dieser Lebensbäume nachzudenken.
Schon im Buch Genesis wird vom Baum des Lebens erzählt, es bleibt aber unklar, welche Funktion er hat und wie das Leben aussieht, das von ihm ausgeht. Grund genug, um über das Wesen dieser Lebensbäume nachzudenken.
Schwerter zu Pflugscharen
19.11.2018
In der eindrücklichen Szene der Verhaftung Jesu, so wie sie Matthäus berichtet, möchte Petrus Jesus verteidigen und zieht sein Schwert. Jesus aber hindert ihn daran, das Schwert zu gebrauchen und sagt: »Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.« Mt 26,52. Das ist ein wesentlicher Teil der Botschaft von Jesus, der für den Frieden unter den Menschen eingetreten ist und jede Form von Gewalt ablehnte. Diese Botschaft hat Menschen immer beeinflusst und ließ sie nach gewaltfreien Wegen zur Lösung von Konflikten suchen. In der Friedensbewegung in der ehemaligen DDR wurde das Schwert, das nicht mehr für den Krieg verwendet wird, ein wichtiges Symbol.
Es muss sich was ändern
12.11.2018
»Wenn es sich doch nur ändern würde.« Das hört man allenthalben, und es verändert sich nichts. Der Zustand unserer Welt gibt viel Anlass, Veränderungen einzufordern, sich etwas Neues oder gar einen Neuanfang zu wünschen. Emil Wachter hat in diesem Fenster der Autobahnkirche den Schlüsselsatz aus der Apokalypse sichtbar gemacht: »Ich mache alles neu!«. Ein Satz, der in einem Buch steht. Jeder aufgeschriebene Satz muss mit Leben gefüllt werden, sonst bleibt er toter Buchstabe. Der Blick auf dieses Fenster ist eine Herausforderung für uns. Wie kann alles neu werden? Und wenn es dann neu wird, Ist es dann wirklich besser geworden? Die Geschichte kennt viele Neuanfänge, die den Erwartungen nicht gerecht geworden sind.
Im Regen beten
05.11.2018
Eine Hand wird vertrauensvoll oder ängstlich in den Regen gehalten. Die Erfahrung des Lebens und die von Zerstörung und Tod kann so gemacht werden. Mit jedem Tropfen, der auf meine Haut trifft, kann ich Vielfältiges erfahren. Wärme und Kälte, Reinheit und Schmutz, Tod und Leben, all das steckt in der Erfahrung des Regens. Regen ist auch ein Bild, das für Gott verwendet wird.
Mit lauter Stimme
29.10.2018
In der Offenbarung des Johannes, deren Motive Emil Wachter für die Gestaltung einiger Fenster in der Autobahnkirche verwendet hat, taucht immer wieder die Stimme auf. Unheil und Drohungen werden mit der Stimme verkündet. Der Ort, von dem normalerweise das Heil ausgeht, der Tempel, ist jetzt die Stätte von der aus Tod und Vernichtung über die Welt kommt: »Dann hörte ich, wie eine laute Stimme aus dem Tempel den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde!« (Offg 16,1) Im Verlauf der Erzählung über das Endgericht ist diese Art des Erzählens schlüssig, uns modernen Menschen aber nicht mehr zugänglich.
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