Das Gelände

 

Die Autobahnkirche als symbolisiertes Kreuz

 
Wenn man von oben auf die Autobahnkirche und das sie umgebende Gelände blickt, erkennt man, dass diese Kirche mehr ist als eine pyramidenförmige Kirche mit vier Türmen. Die ganze Anlage ist als Kreuz angelegt mit der Autobahnkirche als Mitte. Der kleine Altar in der Krypta steht am Kreuzungspunkt der beiden Achsen, dort befindet sich der wirkliche Mittelpunkt der Autobahnkirche.
In der Kirche selbst wird durch die Fenster das Leben Jesu und Szenen aus der Apokalypse dargestellt. Viele streben deshalb auch sehr schnell in die Kirche hinein und übersehen, dass das Gelände um die Kirche herum selbst einiges zu bieten hat. Im Süden steht der Mose-Turm mit der Darstellung des Exodus und der Anbetung des Goldenen Kalbes. Das Streben nach Freiheit und Gesetz wird hier thematisiert, aber die Bedrohung von beidem. Im Westen weist der Johannes-Turm den Weg ins Leben, nicht zuletzt mit dem vergitterten Fenster, das den Blick sehnsuchtsvoll in die Freiheit schweifen lässt. Im Norden am Elia-Turm stoßen wir auf eine Deutung des Zusammenhangs von Religion und Macht. Im Osten verweist der Noah-Turm auf den Anfang der Schöpfung und dem Sündenfall, den wir in unseren Tagen mit der Umweltzerstörung wiederholen. Die SIntflut, die damals dem Treiben der Menschen ein Ende gesetzt hat, ist noch nicht endgültig vermieden, wir sind auf dem besten Weg, mit Naturzerstörung und Verherrlichung der Technik eine neue Katastrophe heraufzubeschwören. Das Abrahams-Tor zwischen Noah-Turm und Kirche erinnert an das Leben des Abraham und als kritisches Element die Zerstörung von Sodom und Gomorrha.
Mit dem Glockenturm ganz im Osten beim Parkplatz der Raststätte ist ein zusätzlicher markanter Punkt dazugekommen, der auf das ganze Ensemble mit seinem Glockengeläut aufmerksam macht.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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