Bilderweltarchiv 2026

  

Das macht mir Angst

Als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg Tabor hinaufgestiegen waren, geschah etwas für die drei Begleiter Jesu Beängstigendes: »29 Während er betete, veränderte sich sein Gesicht und seine Kleider wurden leuchtend weiß. 30 Und dann standen auf einmal zwei Männer neben ihm und redeten mit ihm. Es waren Mose und Elija. 31 Sie erschienen in himmlischem Glanz und sprachen mit ihm über das Ende, das er nach Gottes Plan in Jerusalem nehmen sollte. 32 Petrus und die zwei anderen Jünger waren in tiefen Schlaf gefallen. Als sie aufwachten, sahen sie Jesus in seinem himmlischen Glanz und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33 Als die beiden von Jesus weggehen wollten, sagte Petrus zu Jesus: »Wie gut, dass wir hier sind, Herr! Wir wollen drei Zelte aufschlagen, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.« – Er wusste nicht, was er da redete. 34 Noch während Petrus das sagte, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf Jesus und auf Mose und Elija. Die drei wurden ganz eingehüllt von der Wolke, und die Jünger bekamen Angst. 35 Eine Stimme aus der Wolke sagte: »Dies ist mein Sohn, ihn habe ich erwählt; auf ihn sollt ihr hören!« 36 Nachdem die Stimme das gesagt hatte, war nur noch Jesus allein zu sehen. Die drei Jünger behielten dies alles für sich und erzählten damals niemand, was sie gesehen hatten. (Lukas 9, 29-36, Übersetzung Gute Nachricht, vgl. Markus 9,2–9; Matthäus 17,1–8).

Rundumversorgung

Hier ist eines der wenigen Bilder ohne einen direkten biblischen Bezug an der Autobahnkirche. Im besten Fall kann man von einem symbolischen Bezug reden zu einem Zustand, den man am besten mit »Schlaraffenland« umschreiben kann. Man stelle sich vor, wenn Bären in Nordeuropa und -amerika zur Zeit der Lachswanderung an den Wasserfällen sitzen und ohne große Mühe Fische im Überfluss fangen können. Zumindest für eine kurze Zeit ist für reichlich Nahrung gesorgt. Das Angebot ist größer, als im Augenblick gebraucht wird. Ja, das ist eine Definition von Paradies, dass man sich um die tägliche Nahrung nicht kümmern muss. Für die Menschen in biblischen Zeiten eine Vorstellung, die sehr reale Züge hatte. Wie oft wurde die Ernte durch Kriege zerstört, wie oft haben Dürren oder Unwetter die gesamte Ernte vernichtet. Das Versprechen, in ein Land ziehen zu können, in dem Milch und Honig fließen, in dem Grundlebensmittel und Konsumgüter in ausreichender Menge vorhanden sind.

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.

Die Blickrichtung ändern

An der Autobahnkirche sehen wir viele Köpfe, die nach oben schauen, so wie hier an der Elia-Treppe. Das ist in einer Kirche zunächst nicht verwunderlich, denn wir sollen ja diesen Blicken folgen und selbst nach oben, zu Gott, schauen. Man könnte einwenden, dass Gott nicht da oben ist, aber wir verbinden in unserem Denken, dass Gott oben, im Himmel, zu finden sei. Deshalb müssen wir, um Gott zu finden, auch nach oben schauen. 
Doch wer nur nach oben schaut, kommt vom Weg ab, stolpert über einfache Hindernisse und stürzt, wie der Hans-Guck-in-die-Luft ins Wasser und ertrinkt erbärmlich. Wohin also schauen? Der ständige Blick nach unten auf das Smartphone ist genauso wenig hilfreich wie der Blick zum Himmel.

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 

Blutfleck

Wenn wir auf unserer Kleidung einen Blutfleck haben, dann sind wir natürlich nicht sehr erfreut. Einmal davon abgesehen, dass es schwer zu reinigen ist, gibt es irgendwo eine Verletzung, sei es am eigenen Körper oder bei jemand anders. In kriminaltechnischen Untersuchungen ist eine Blutspur auf der Kleidung oft ein Hinweis auf die Täterschaft. Wer so gezeichnet ist, dem helfen auch Unschuldsbeteuerungen nicht. Zumindest die Anwesenheit am oder eine Verbindung zum Tatort ist bewiesen. Wenn die Blutspur sichtbar ist, ist es zu spät, um nach Ausflüchten zu suchen, die (Mit-)Schuld liegt auf der Hand. Zudem wissen wir ja auch, dass Blut ein »ganz besonderer Saft« ist, wie Mephistopheles im Faust bemerkt. Es ist ja der Teufel, der in Märchen und Legenden seine Verträge mit Blut unterschreiben lässt. 

Stellvertretende Fürbitte

Der Heilige Christophorus ist der Patron der Autobahnkirche und neben anderen Schutzpatron der Reisenden. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern, die in der katholischen Kirche verehrt und in unterschiedlichen Notsituationen angerufen werden. So wird er an der Christophorus-Stele in der Autobahnkirche angerufen. Der legendäre Christophorus kannte das Leben und wollte dem mächtigsten Herrscher dienen. Nachdem er von einem König und dem Teufel enttäuscht war, suchte er Jesus Christus, um ihm zu dienen. Er trug ihn in Gestalt eines Kindes über eine gefährliche Furt. So wurde ihm auch der Name »Christophorus« verliehen, aus dem griechischen übersetzt: »Christusträger« wird. So hat es Emil Wachter dargestellt. 

Opfer königlicher Willkür

Wer mit einem tyrannisch regierenden Herrscher in Konflikt kommt, hat meist keine guten Karten. Die Geschichtsbücher sind voll von Schicksalen der Unschuldigen, die zu Tode gekommen sind. So auch Nabot, der nicht bereit war, seinen Weinberg dem König Ahab zu verkaufen, der ihn unbedingt haben wollte, um einen Gemüsegarten anzulegen. Nabot weigerte sich, weil er seinen ererbten Familienbesitz nicht weitergeben wollte. Er wird von Königin Isebel durch eine Intrige in eine Falle gelockt und hingerichtet: »12 Die Ältesten riefen die Bürger der Stadt zu einer Bußfeier zusammen und ließen Nabot ganz vorne sitzen. 13 Ihm gegenüber saßen die beiden Schurken. Sie standen als Zeugen gegen Nabot auf und erklärten: ›Nabot hat Gott und dem König geflucht!‹ Nabot wurde vor die Stadt hinausgeführt und gesteinigt. 14 Dann ließen die Ältesten der Stadt Isebel melden: »Nabot ist tot, man hat ihn gesteinigt.« 15 Als Isebel die Nachricht erhielt, sagte sie zu Ahab: ›Auf, nimm den Weinberg in Besitz! Dieser Nabot aus Jesreel, der sich geweigert hat, ihn dir zu verkaufen – er lebt nicht mehr, er ist tot!‹ 16 Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, ging er sofort hinunter, um Nabots Weinberg in Besitz zu nehmen.« (1 Könige 21,12-16, Übersetzung Gute Nachricht)
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