Bilderweltarchiv 2016

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Bilderweltarchiv 2016

Mutterliebe

Wenn Leben neu beginnt, dann ist das ein besonderer Moment. Wir verbinden damit ganz viel Zärtlichkeit, Nähe und Geborgenheit. Dass dies ein Ideal ist, das ist uns allen klar. Doch wir sehnen uns genau nach diesem Moment. Für Eltern ist es meist ein besonderer Moment, wenn sie die Geburt eines Kindes erleben. Und wenn ein Kind dann da ist, dann ist - ganz gleich, was vorher war und was hinterher sein wird - alles gut. Dieser Moment ist am Noah-Turm eingefangen. Eine Mutter nimmt ihr Kind liebevoll in den Arm und beginnt, es zu stillen. Ein schöner, ein ruhiger Augenblick. Ein neues Leben beginnt und es ist gut!

Krippengeburt

Das Motiv ist denkbar einfach und so vertraut. Das Kind in der Krippe. Es ist das Bild, mit dem wir die Menschwerdung Gottes ausdrücken. Das kleine schwache Kind in einer ärmlichen Krippe. Ganz anders, wie es sich nahelegen würde, wenn Gott Mensch wird. Das Bild ist vertraut und mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt. Es ist selbstverständlich und gar nichts Besonderes mehr. Es gehört zu unserem Kulturkreis und zu Weihnachten wie der Christbaum und die Weihnachtssterne. Dieses Bild regt nicht an und nicht auf.

Gewalttätige Sprache

Wieviel Unheil kann man mit Sprache anrichten? Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wohl der meiste Schmerz, den Menschen sich gegenseitig zufügen, über das gesprochene Wort geschieht. Das soll die körperliche und militärische Gewalt und das Leid, das damit über die Menschen kommt, nicht verharmlosen. Sprache wurde und wird zur Unterdrückung eingesetzt, mit Worten wurde manche Gewalthandlung ausgelöst, befohlen und im Nachhinein legitimiert.

Gefängnis oder Freiheit

Blickt man durch das vergitterte Fenster im Johannesturm nach Westen, hat man einen schönen Blick in eine fast unverbaute Landschaft. Emil Wachter gibt diesem Fenster die Bezeichnung »Gefängnis«. So ganz leicht nachzuvollziehen ist diese Interpretation nicht. Das Fenster sieht eher aus wie ein kunstvolles schmiedeeisernes Gitter an einem Wohnhaus. Und man hat auch kein bedrückendes Gefühl, wenn man hindurchschaut, denn dieser Ort und dieser Blick strahlen Ruhe aus. Besonders wenn man an einem nebligen Tag hindurchblickt.

Erfolglose Verhandlungen

Wie oft hören wir in den Nachrichten von Gesprächen, Konsultationen und Verhandlungen, die ergebnislos beendet oder gar abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft scheitern solche Gespräche daran, dass man keine gemeinsame Basis für die Verständigung findet. So auch hier am Mose-Turm.
Mose und Aaron stehen vor dem Pharao und verhandeln für ihr Volk.

Gelehrter Teufel

Die Schlange ist ein klassisches Symbol, mit dem sich das Böse symbolisieren lässt. Auch in der Heiligen Schrift ist sie das Sinnbild für den Satan. Er ist das Böse, der Teufel. Und der Mensch steht immer wieder in der Gefahr, von ihm verführt zu werden.

Müder Botschafter

Jeder darf mal müde sein und wir brauchen Zeit, in der wir ausruhen können und ausruhen müssen. Das ist keine Frage. Wir wissen, wie gut und wichtig erholsamer Schlaf ist. Ohne einen guten Schlaf können wir nicht leisten, was tagtäglich von uns gefordert wird. In der Krypta der Autobahnkirche sind auch Schläfer dargestellt. Es handelt sich um die Jünger, die im Garten Getsemane schlafen, während Jesus mit seinem Schicksal und dem bevorstehenden Tod hadert.

Dreifaltigkeit

Es gibt viele Darstellungen und Bilder, mit denen wir zu beschreiben versuchen, wie wir Gott erfahren. Alle diese Bilder und Beschreibungen geben lediglich einen kleinen Ausschnitt unseres Erlebens wider, aber auf keinen Fall das Ganze. Ja, wir können das, was Gott ist, gar nicht beschreiben, geschweige denn erklären. Vielleicht wäre es besser, darüber zu schweigen oder nur das zu sagen, was Gott nicht ist.

Der gute Hirte

Es ist wohl eines der schönsten Bilder, mit denen wir Gott beschreiben können. Es ist an der Autobahnkirche auf der größeren der beiden Glocken abgebildet. Gott ist wie ein Hirte, der sich um die Schafe sorgt. Auch wenn es sich beim Hirten um ein eher männlich geprägtes Bild handelt, sind doch Eigenschaften von Männern und Frauen in diesem Bild vereinigt.

Christusträger

Der heilige Christophorus ist der Patron der Autobahnkirche und Schutzpatron für Reisende und Pilger. Schutzpatron für alle, die unterwegs sind. Er ist eine Heiligengestalt, die Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.
Der Legende nach wollte der Riese Reprobus dem mächtigsten Herrn der Welt dienen.

Zahlreich wie die Sterne am Himmel

Eine der größten Verheißungen, die wir im ersten Testament lesen, ist die, die Abraham bekommt. »Gott führte Abraham hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.« (Gen 15,5) Allein schon der Blick zu den Sternen am Himmel in einer klaren Nacht zeigt, dass es sich hier um eine unermessliche Anzahl handelt.

Fußspuren

In unserem Leben hinterlassen wir Spuren, ganz gleich, wo wir leben, wie wir gehen, alles was wir tun und auch das, was wir denken, legt Spuren. Ob diese Spuren ganz sichtbar im Sand vor Augen liegen, ob Briefe und überlieferte Worte oder das, was in unseren Herzen an Spuren von Menschen hinterlassen wurde, überall begegnen wir dem, was unsere Vorfahren gelegt haben.

Der Eckstein

Ein Stein, der einen Menschen erschlägt oder zumindest niederdrückt. Eines der eher gewalttätigen Bilder, die wir bei der Autobahnkirche finden. Dargestellt ist der Eckstein, der die Mächtigen zu Fall bringt. Dieses Bild ist Ausdruck der Hoffnung, die Herrschafts- und Besitzverhältnisse, die wir vorfinden, nicht für alle Zeiten festgeschrieben zu wissen. Hiermit wird die Sehnsucht ausgedrückt, dass Gott eingreifen möge, denn so, wie es in der Welt aussieht, kann es nicht weitergehen.

Ein Fingerzeig

Der ausgestreckte Finger einer Hand, der irgendwohin deutet. Es ist ein eindeutiges Zeichen und jeder und jede weiß, was dann zu tun ist. Wir kennen das und schauen gleich in die angezeigte Richtung. Dort gibt es anscheinend etwas zu sehen, etwas, das sich lohnt, genauer betrachtet zu werden. In der Autobahnkirche zeigt dieser Finger auf eine Kreuzesdarstellung in der Krypta der Autobahnkirche.

Begrüßung der Ankommenden

Ein freundlich lächelndes Gesicht, das unter einem schützenden Dach hervorschaut, blickt den Besucher an. Emil Wachter gibt dieser Darstellung an der Ostseite des Elia-Turmes den Titel: »Begrüßung der Ankommenden«. Es ist ein unscheinbares Relief, das man fast übersieht. So steht ja auch der Elia-Turm nicht gerade im Fokus der Aufmerksamkeit, wenn man auf die Autobahnkirche zuläuft. Wahrscheinlich haben die wenigsten dieses Gesicht bewusst wahrgenommen.

Hin- und hergerissen

Wofür soll man sich entscheiden, wenn von verschiedenen Seiten an einem gezogen wird? Manchmal ist die Entscheidung einfach und klar, weil wir klare Kriterien haben. Aber was ist, wenn wir zwischen Pest und Cholera wählen müssen und sich eine gute Lösung überhaupt nicht anbietet?
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Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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