Sieben Schalen des Zorns

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In den Fenstern der Westseite der Autobahnkirche sehen wir unter den Gesichtern  der Engel aus der Apokalypse die sieben Schalen des Zorns, die sie über die Erde ausgießen. Sie stehen für sieben Plagen, die entsprechend der zehn Plagen, die über Ägypten kamen, jetzt über die Menschheit ausgegossen werden. Diese neuen Plagen sind nach der Offenbarung des Johannes: schlimme Geschwüre für diejenigen, die mit dem Zeichen des Tieres versehen wurden, alles Meerwasser wird zu Blut und zieht den Tod alles Lebens im Meer nach sich, Flüsse und Quellen werden zu Blut, die Sonne versengt die Menschen mit großer Hitze, Finsternis herrscht über dem Reich des Tieres, der Euphrat trocknet aus und schließlich werden alle Inseln und Berge durch das größte Erdbeben seit Menschengedenken vernichtet und zentnerschwere Hagelkörner zerstören das Leben auf der Erde. Jede dieser Plagen stürzt die noch lebenden Menschen in Angst und Schrecken. 
Es gehört zu den üblichen Bildern von Endzeitvisionen, dass Katastrophen, die immer wieder lokal geschehen, universell gedacht werden und sich global auswirken. Was bisher auf einen kleinen Bereich beschränkt war, ist jetzt überall zu spüren. Es betrifft alle, man kann sich dem, was geschieht, nicht entkommen. Die Menschen sind dem Unheil hilflos ausgeliefert. Das einzige, auf das sie hoffen können, ist die Gnade Gottes. 
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Wir können uns vor diesem Endgericht fürchten und versuchen, uns vor all dem zu schützen. Die Apokalypse wird nicht erzählt, um Schutzmaßnahmen zu treffen und sich vor dem Gericht zu schützen, um zu überleben, sondern dass man eine Glaubensentscheidung trifft. Steht man zu Gott und seiner Herrschaft oder stellt man sich auf die Seite des Bösen? Nur wenn ich mich für das Reich Gottes entscheide, kann das Endgericht überlebt und der Lohn, das ewige Leben, erlangt werden. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und steht in der Entscheidung zum Heil oder Unheil.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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