Sieben Schalen des Zorns

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In den Fenstern der Westseite der Autobahnkirche sehen wir unter den Gesichtern  der Engel aus der Apokalypse die sieben Schalen des Zorns, die sie über die Erde ausgießen. Sie stehen für sieben Plagen, die entsprechend der zehn Plagen, die über Ägypten kamen, jetzt über die Menschheit ausgegossen werden. Diese neuen Plagen sind nach der Offenbarung des Johannes: schlimme Geschwüre für diejenigen, die mit dem Zeichen des Tieres versehen wurden, alles Meerwasser wird zu Blut und zieht den Tod alles Lebens im Meer nach sich, Flüsse und Quellen werden zu Blut, die Sonne versengt die Menschen mit großer Hitze, Finsternis herrscht über dem Reich des Tieres, der Euphrat trocknet aus und schließlich werden alle Inseln und Berge durch das größte Erdbeben seit Menschengedenken vernichtet und zentnerschwere Hagelkörner zerstören das Leben auf der Erde. Jede dieser Plagen stürzt die noch lebenden Menschen in Angst und Schrecken. 
Es gehört zu den üblichen Bildern von Endzeitvisionen, dass Katastrophen, die immer wieder lokal geschehen, universell gedacht werden und sich global auswirken. Was bisher auf einen kleinen Bereich beschränkt war, ist jetzt überall zu spüren. Es betrifft alle, man kann sich dem, was geschieht, nicht entkommen. Die Menschen sind dem Unheil hilflos ausgeliefert. Das einzige, auf das sie hoffen können, ist die Gnade Gottes. 
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Wir können uns vor diesem Endgericht fürchten und versuchen, uns vor all dem zu schützen. Die Apokalypse wird nicht erzählt, um Schutzmaßnahmen zu treffen und sich vor dem Gericht zu schützen, um zu überleben, sondern dass man eine Glaubensentscheidung trifft. Steht man zu Gott und seiner Herrschaft oder stellt man sich auf die Seite des Bösen? Nur wenn ich mich für das Reich Gottes entscheide, kann das Endgericht überlebt und der Lohn, das ewige Leben, erlangt werden. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und steht in der Entscheidung zum Heil oder Unheil.
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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