Der Pharao wollte, so berichtet es das Buch Exodus, die Israeliten nicht ziehen lassen. Deshalb wurden von Gott neun Plagen geschickt, die den Pharao aber nicht umstimmten. Mit der zehnten Plage sollte sich das Blatt wenden. Dazu war eine Vorsichtsmaßnahme notwendig. In ganz Ägypten sollte die Erstgeburt zu Tode kommen. Um sich zu schützen musste von dem Pessah-Lamm, das an diesem Abend geschlachtet wurde, etwas Blut genommen werden, um damit das Haus, in dem Juden lebten, zu markieren: »21 Mose rief die Ältesten Israels zusammen und befahl ihnen: ›Jeder Familienvater soll sich ein Schaf- oder Ziegenböckchen aussuchen und es für das Passamahl schlachten. 22 Er soll das Blut in einer Schüssel auffangen, ein Büschel Ysop hineintauchen und die beiden Türpfosten und den oberen Türbalken mit dem Blut bestreichen. Danach darf niemand mehr das Haus verlassen bis zum Morgen. 23 Wenn der HERR in der Nacht vorbeikommt, um den Schlag gegen Ägypten zu führen, wird er das Blut an den Türpfosten und Türbalken sehen und vorübergehen. Er wird nicht zulassen, dass der Todesengel eure Häuser betritt.‹« (Exodus 12,21-23, Übersetzung Gute Nachricht)
Bilderweltarchiv 2025
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
Ganz bei mir
Wenn wir uns das, was wir aus dem ersten Testament von Elia wissen, vorstellen, dann haben wir einen Menschen vor Augen, der kein Blatt vor den Mund genommen hat, der als Überzeugungstäter vor Gewalt nicht zurückgeschreckt ist und der sehr umtriebig seinen Auftrag umgesetzt hat. Er war ein politischer Mensch, der wusste, wie er seine Macht einsetzen musste. Er war umtriebig und musste immer auf der Hut vor Verfolgung und Anschlägen sein. Ob er mit diesen Eigenschaften heute noch ein wirkliches Vorbild sein kann, das muss diskutiert werden. Auf jeden Fall war er ein Mensch mit ganz vielen unterschiedlichen Facetten. Auf den ersten Blick mag es da verwundern, dass noch eine weitere Seite überliefert ist. Als er aufgrund seines Auftrages und der Lebensgefahr, in die er sich wieder einmal begeben hatte, zog er sich frustriert in eine Höhle zurück. Nach mehreren Tagen der Ruhe hatte er eine Begegnung mit Gott, die er so nicht erwartet hatte.
Milch und Honig zu verkaufen
Das Land, in dem Milch und Honig fließen, muss sehr begehrt sein. Deshalb macht sich das Volk Israel von Ägypten aus auf, um dort heimisch zu werden. Es ist das Land, das einst ihrem Stammvater Abraham versprochen wurde. Doch man weiß ja, dass diese Ländern andere Bewohner haben, die von diesem Wohlstand profitieren. Milch und Honig im Überfluss heißt nicht nur, dass man eine gute Vorratshaltung braucht, um alles für sich in schlechten Zeiten verwenden zu können. Es geht vielmehr darum, diese Überschüsse mit möglichst großem Gewinn zu verkaufen und in andere Güter zu investieren. Je mehr Handel getrieben wird, umso begehrenswerter wird dieser Landstrich für andere, sei es um zu rauben und zu plündern, oder um in diese Länder ziehen, um von diesem Wohlstand zu profitieren. Das steht wohl hinter dem Zug ins gelobte Land.
Wo sollen wir denn hin?
Was zunächst wie eine idyllische Darstellung der Krippenszene anmutet, ist in Wahrheit die Ruhe der Heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten. Sie sind allein, zu dritt, keine Hirten und Schafe, keine Weisen mit Geschenken, keine Engel und himmlischen Heerscharen, keine Besucherinnen und Besucher, nichts von dem, was wir mit der Krippe verbinden. Nur die Familie. Alleine und für sich. Und sonst ist niemand mehr da, der an ihrem Leben und an ihrem Schicksal Anteil nimmt. Diese Einsamkeit, ob im Lager oder wirklich allein ist das Kennzeichen der Flüchtlinge zu allen Zeiten. Sie sind und bleiben auf sich allein gestellt. Sie müssen sich durchschlagen in der Hoffnung, heil an ihrem Ziel anzukommen, wissend, dass sie es nicht alleine schaffen können und auf die Hilfe und die Bereitschaft anderer angewiesen sind.
Zippora, die Frau an Moses Seite
Wir wissen sehr wenig von Zippora. Ihr Name wird im Buch Exodus nur dreimal erwähnt, zusätzlich ist hin und wieder von ihr als der Frau des Mose die Rede. Es ist trotzdem wichtig, von ihr zu sprechen und sie nicht zu vergessen. Deshalb sehen wir auch zwei Darstellungen von ihr am Mose-Turm. Mose nimmt sie zur Frau, als er aus Ägypten fliehen musste und bei Jithro Unterschlupf fand. Auf dem Rückweg nach Ägypten kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, bei der sie dem Mose das Leben rettete: »24 Als sie einmal unterwegs übernachteten, fiel der HERR über Mose her und wollte ihn töten. 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein, schnitt die Vorhaut am Glied ihres Sohnes ab und berührte damit Moses Beine. Dabei sagte sie: »Du bist für mich ein Blutbräutigam. 26 So nannte sie ihn wegen der geschehenen Beschneidung. Da ließ der Herr von Mose ab.« (Exodus 4,24-26, Übersetzung Gute Nachricht)
Der ägyptische Prinz
Mose wuchs in zwei Welten auf. Er war der Sohn eines Ehepaares aus dem Stamm Levi, das im Buch Exodus nicht namentlich genannt wird. Er wurde heimlich geboren und dann in einem Binsenkörbchen ausgesetzt, wo ihn die Tochter des Pharao fand. Sie gab ihn seiner Mutter zum Stillen und als er größer wurde, brachte man ihn an den ägyptischen Hof, wo ihn die Tochter des Pharao adoptierte: Sie gab ihm auch den Namen: »Mose«, Kind. So wuchs Mose heran, er kannte seine hebräischen Wurzeln und war sich dieser bewusst. Er war aber auch mit der ägyptischen Kultur vertraut und konnte sich als Angehöriger des Hofes frei und sicherlich sehr privilegiert im Land bewegen. So lernte er zwei verschiedenen Kulturen kennen. Er wuchs zweisprachig auf, nicht nur, was die gesprochene Sprache angeht, sondern er beherrschte auch die kulturelle Sprache der beiden Lebensentwürfe. So gesehen wäre Mose ein idealer Vermittler zwischen den beiden Kulturkreisen.
Polit-Talk
Diskussionsrunden gehören mittlerweile zum Alltag des Fernsehprogramms. Besonderes Interesse genießen die politischen Talkrunden, in denen Politiker und Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen miteinander ins Gespräch kommen. Dieses Format ist nicht neu, einzig die große Zuschauerschaft ist ein Novum gegenüber früherer Debatten. Es hat sich aber auch etwas im Stil verändert, und das nicht unbedingt zum Guten. Konnten die Zuhörer bei früheren öffentlichen Debatten direkt reagieren und ihre Meinung kundtun, ist diese unmittelbare Rückmeldung bei den Talkshows nicht mehr gegeben. Die TeilnehmerInnen bleiben unter sich, sind sich aber des zahlreichen Publikums bewusst, das diese Auseinandersetzung jetzt im Moment mitbekommt.
Gelobtes Land
Es hat schon einen besonderen Reiz, wenn man vom gelobten Land sprechen kann. Man denkt an paradiesische Zustände, so etwas wie Schlaraffenland und an eine Verheißung. Ein gelobtes Land ist immer versprochenes Land, es wurde zugelobt. Wenn man dort sein kann, dann ist es gut, das Ziel allen Strebens ist dann erreicht. Auf dem vierzigjährigen Zug durch die Wüste hat sich das Volk Israel unter der Führung von Mose immer wieder an diesem Gedanken festgehalten, dass sie einmal dieses Land erreichen werden. Und wenn nicht sie, dann doch ihre Nachfahren. Selbst Mose war es nicht vergönnt, in das gelobte Land einzuziehen, er durfte nur einen Blick über die Grenze werfen und einen Eindruck davon bekommen. Sein Ziel hat er damit aber doch erreicht, sein Volk hat die Strapazen überstanden und kann sich endlich in dem Land ausruhen, das für sie bestimmt war. So weit, so gut. Das war die Geschichte und Verheißung, die vor 3500 Jahren für das Volk Israel ausgesprochen wurde. Seither ist viel Wasser den Jordan hinabgeflossen, viele Generationen haben in diesem gelobten Land gelebt.
Lass mich doch in Ruhe!
Ziemlich genervt schaut Elia drein, als er von Gott in die Pflicht genommen wird. Er soll als Prophet auftreten. Aber er will noch nicht, im Gegenteil, dieser Anspruch, der da von Gott an ihn gestellt wird, ist ihm zu viel. Böse schaut er zu Gott zurück und entzieht sich dem Ruf. Er will seine Ruhe haben, es passt ja nicht in seinen Lebensentwurf, wenn er sich jetzt als Prophet unters Volk mischen soll, den Herrschenden die Meinung sagen muss und sich damit auch in Lebensgefahr begibt. Er will nichts mehr als seine Ruhe haben. Da ist Elia nicht nur ein Mensch seiner Zeit im alten Israel im neunten Jahrhundert vor Christus sondern auch ein Zeitgenosse von uns. Auch wir kennen diese Regung, wenn es uns zu viel wird und wir nur noch in Ruhe leben wollen. All das um uns herum geht uns auf die Nerven.
So hilf mir doch!
Menschen, die wegen ihrer großen Leistungen verehrt werden, stehen im Ruf, dass sie nie an sich und ihrer Aufgabe gezweifelt haben. Sie werden deshalb als Vorbilder hingestellt, denen man nachstreben kann. Aber das stimmt so nicht. Wenn man ihre Biografien genau studiert, dann fällt auf, dass sie immer wieder gezweifelt haben. »Ist der Weg, den ich jetzt eingeschlagen habe, der richtige?« »Habe ich die Unterstützung, die ich brauche?« »Reichen meine Kräfte aus, damit ich das Ziel erreiche?« Die Liste mit zweifelnden Fragen ließe sich beliebig fortsetzen. Wahrscheinlich waren bei diesen Menschen die Zweifel größer als ihre Überzeugung. Und doch sind sie den Weg gegangen und sie hatten Erfolg. Warum ist das so? Am Mose-Turm hat Emil Wachter den Propheten Mose in genau dieser Situation dargestellt. Mose weiß nicht mehr weiter.
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