Begrüßung der Ankommenden

Ein freundlich lächelndes Gesicht, das unter einem schützenden Dach hervorschaut, blickt den Besucher an. Emil Wachter gibt dieser Darstellung an der Ostseite des Elia-Turmes den Titel: »Begrüßung der Ankommenden«. Es ist ein unscheinbares Relief, das man fast übersieht. So steht ja auch der Elia-Turm nicht gerade im Fokus der Aufmerksamkeit, wenn man auf die Autobahnkirche zuläuft. Wahrscheinlich haben die wenigsten dieses Gesicht bewusst wahrgenommen.

Wir kennen das ja, wenn wir freundlich sein wollen, und es wird nicht bemerkt oder wir haben - mal wieder - eine freundliche Aufforderung oder gar einen Gruß übersehen, wenn uns jemand zuwinkt. Man begegnet einem freundlichen Lächeln und ist doch manchmal misstrauisch und zweifelt, ob es wirklich so freundlich gemeint ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Die freundliche Begrüßung an der Autobahnkirche ist da, zugegeben, sie ist versteckt und gar nicht so einfach zu finden. Und vielleicht hat Emil Wachter genau das beabsichtigt. Ich sehe in diesem Versteckspiel eine Aufforderung, achtsam durchs Leben zu gehen und wahrzunehmen, was um uns herum geschieht. Es kann ja sein, dass es mehr Menschen gibt, die es gut mit mir meinen, als ich denke. Ich selbst kann ja auch freundlich begrüßen. Lächle deinem Gegenüber zu. Es könnte dein nächster Gast sein!

Quelle: Norbert Kasper

Selbst wenn nicht jeder Besucher durch dieses freundliche Steingesicht angestrahlt wird, 
es hat einen besonderen Vorteil: Ganz gleich wer kommt und ihm entgegentritt, er wird freundlich begrüßt. Ein freundliches Lächeln in Stein hat auch seine Vorteile.
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Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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