Erfolglose Verhandlungen

Wie oft hören wir in den Nachrichten von Gesprächen, Konsultationen und Verhandlungen, die ergebnislos beendet oder gar abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft scheitern solche Gespräche daran, dass man keine gemeinsame Basis für die Verständigung findet. So auch hier am Mose-Turm.
Mose und Aaron stehen vor dem Pharao und verhandeln für ihr Volk. Sie sind lebendig und bringen ihr Anliegen vor, Augen und Mimik unterstützen das, was sie sagen. Ihnen gegenüber sitzt, steif und starr, einer Statue gleich, der Pharao. Er ist eine Verkörperung des Falkengottes Horus. Er hat göttlichen Status und ist die Inkarnation des Gottes auf Erden. Das Falkengesicht ist gleichsam das Sinnbild seiner Macht.
Das also ist die Ausgangslage für das Gespräch. Wir sehen, dass es nicht auf Augenhöhe stattfindet, die Teilnehmer, als Dialogpartner kann man sie wohl nicht bezeichnen, reden aneinander vorbei. Schon die Begegnung der drei zeigt, dass ihr Gespräch zum Scheitern verurteilt ist. Wie sollen denn auch die allmachtsorientierten Interessen eines gottgleichen Herrschers mit denen eines unterdrückten und in seiner Existenz bedrohten Volkes in Einklang gebracht werden?
Es ist ein sich immer wiederholendes Geschehen. Mächtige bleiben starr und unbeweglich, die schwache Position der Unterdrückten zeugt von Lebendigkeit. Aber das Gespräch führt zu Nichts, die Fronten bleiben verhärtet und irgendwann läuft alles auf  Konfrontation hinaus.
Muss
das so sein? Gibt es nicht auch andere Möglichkeiten des Dialogs? Wie können wir auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen? Gibt es einen Dialog zwischen göttlicher Allmacht und menschlichen Interessen? Es ist wohl unsere Aufgabe, immer wieder danach zu suchen und von unserer Seite aus Gesprächsbereitschaft zu zeigen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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