Krippengeburt

Das Motiv ist denkbar einfach und so vertraut. Das Kind in der Krippe. Es ist das Bild, mit dem wir die Menschwerdung Gottes ausdrücken. Das kleine schwache Kind in einer ärmlichen Krippe. Ganz anders, wie es sich nahelegen würde, wenn Gott Mensch wird. Das Bild ist vertraut und mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt. Es ist selbstverständlich und gar nichts Besonderes mehr. Es gehört zu unserem Kulturkreis und zu Weihnachten wie der Christbaum und die Weihnachtssterne. Dieses Bild regt nicht an und nicht auf.
Dahinter steht aber eine wichtige Frage: Wie kommt Gott in die Welt? Wie greift Gott ein? Die Geschichte, dass und wie Gott menschliche Gestalt annimmt, war immer entscheidend für die christliche Überlieferung. Nicht nur die schwierige Frage, warum Gott Mensch geworden ist, sondern auch die Frage nach der Gestalt, in der Gott zum Menschen wird, hat alle Generationen von Christen beschäftigt.
Wir feiern heute Weihnachten und feiern es mit einer Sprache und Bildern, die nicht mehr die unseren sind. Auch die Darstellung vom Kind in der Krippe gehört dazu. Wir kennen keine Krippen mehr, wir nutzen und brauchen sie ja nicht. Und Ställe, in denen früher Krippen standen, sind heute Großanlagen, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Kinder haben da gar nichts mehr verloren, schon gar keine Neugeborenen. Betrachtet man noch das Umfeld in dem wir unsere romantischen Weihnachtskrippen aufstellen, dann haben wir unsere Gegenwart verlassen. Brauchen wir noch die Darstellung des Kindes in der Krippe, um uns die Menschwerdung Gottes vorzustellen? Sollten wir nicht eher nach Formen suchen
, die unserer Zeit und unserem Lebensgefühl, unserem Alltag entsprechen. Vielleicht ist das unsere Aufgabe, die Darstellung für die Menschwerdung Gottes für das 21. Jahrhundert zu finden. Wie und wo wird Gott heute Mensch? Und damit verbunden ist dann auch die Frage, warum Gott heute Mensch wird.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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