Gewalttätige Sprache

Wieviel Unheil kann man mit Sprache anrichten? Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wohl der meiste Schmerz, den Menschen sich gegenseitig zufügen, über das gesprochene Wort geschieht. Das soll die körperliche und militärische Gewalt und das Leid, das damit über die Menschen kommt, nicht verharmlosen. Sprache wurde und wird zur Unterdrückung eingesetzt, mit Worten wurde manche Gewalthandlung ausgelöst, befohlen und im Nachhinein legitimiert.
Die Worte, die wir sprechen, haben ihre Auswirkungen, ob wir das beabsichtigen oder nicht. Und selbst gut gemeinte Worte kommen anders an, als wir sie gemeint haben. Worte können verletzen wie ein Pfeil und nicht selten treffen sie mitten ins Herz!
Es ist gleich, wer diese Worte spricht. Ob sie jetzt von einem »Heiligen« oder einem »Verbrecher« kommen, ob sie liebevoll oder hasserfüllt sind, ob ich mit ihnen unterstütze oder unterdrücke. Immer haben sie diesen Charakter des Pfeiles, der aus meinem Mund kommt und auf ein Ziel zufliegt. Das Bild am Elia-Turm meint den Verfolgungsbefehl, der Elia gilt, den König Ahab ausspricht. Aber es kann auch der Ruf der Religionen sein, die dazu
auffordern, die eigene Botschaft möglichst weit in die Welt hinauszutragen. Wahrscheinlich liegt es wieder an uns, was aus unseren Worten wird und wie sie umgesetzt werden. Dieses Bild fordert dazu auf, verantwortungsvoll mit den eigenen Worten umzugehen, denn schnell verwandeln sie sich in praktizierte Gewalt. Seien wir vorsichtig!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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