Christusträger

Der heilige Christophorus ist der Patron der Autobahnkirche und Schutzpatron für Reisende und Pilger. Schutzpatron für alle, die unterwegs sind. Er ist eine Heiligengestalt, die Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Der Legende nach wollte der Riese Reprobus dem mächtigsten Herrn der Welt dienen. Er stand zuerst in den Diensten eines mächtigen Königs, dann in denen des Teufels. Weil er aber vermutete, dass Christus mächtiger als alle Herrscher der Welt und mächtiger als der Teufel sei, wartete er auf Christus an einer Furt und trug Reisende über den Fluss.
Eines Tages trug er ein Kind durch die Fluten. Das Kind wurde immer schwerer und nur mit Not erreichte er das rettende Ufer. Es schien ihm, als hätte er die Last der ganzen Welt getragen. Christus in Gestalt des Kindes offenbarte sich ihm als derjenige, der alle Last der Welt trägt. Reprobus hatte den mächtigsten Herrn der Welt gefunden und getragen. Er wird zu Christophorus, zum Christus-Träger. Das bedeutet sein Name vom Griechischen ins Deutsche übersetzt.
In der Darstellung am Noah-Turm bei der Autobahnkirche trägt Christophorus das Kind auf seinen Schultern wie ein Vater sein Kind trägt. Das ist bezeichnend. Es ist doch so, dass Eltern mit ihren Kindern die ganze Last der Welt und des Lebens tragen. Und sie tragen es gerne. Sie geben Kindern Schutz und Halt auch dann, wenn das Wasser bis zum Hals steht. Ist Christophorus so nicht auch der Patron aller Eltern, die ihre Kinder ins Leben und - zumindest in den ersten Jahren wörtlich verstanden - durch das Leben tragen? Ein Schutzpatron, der auch dann Kraft gibt, wenn diese schwindet.
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Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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