Es gibt Bilder, die tauchen in der Heiligen Schrift immer wieder auf. Sie haben einen Bezug zur Kultur des Landes und werden von allen Menschen dort verstanden, weil sie zu den Selbstverständlichkeiten ihrer Kultur gehören. So ist es auch mit einem Weinberg. Der Prophet Elia nimmt immer wieder Bezug auf einen Weinberg, Jesus tut das später auch. Der Weinberg wird dann verglichen mit dem Volk Israel. Ein Weinberg wird angelegt, damit Trauben geerntet werden können, aus denen dann Wein gekeltert wird. Er muss einen bestimmten Ertrag erbringen, damit sich die Arbeit lohnt, die in den Anbau investiert wird. Wie gut ein Weinberg ist, sieht man letzten Endes daran, wieviel Wein produziert wird.
Bilderweltarchiv 2026
Vergitterte Sicht
Diese Aussicht passt zu der dargestellten Szene. Jesus wird in einem Kerkerverlies gegeißelt, die Schergen gehen ihrem Alltagsgeschäft nach und lassen sich in ihrer Tätigkeit nicht stören. Es wirkt alles sehr düster, es dringt ja auch kam Tageslicht von außen herein. Und wenn man nach außen sieht, dann erkennt man, wenn die Gitter überhaupt etwas durchlassen, einen tiefdunklen Nachthimmel. Das ist die Perspektive aus einem Folterkeller, wie es sie durch die Jahrtausende hindurch bis in unsere Zeit gibt. Dunkle Verliese, in denen Menschen gefoltert und getötet werden, ohne eine Aussicht auf eine freie Sicht, geschweige denn auf Freiheit. Dieses vergitterte Fenster steht für alle Folterkeller der Welt, aus denen nicht einmal mehr die Schreie der Menschen nach draußen dringen. Hier ist keine Taube zu sehen, die die Gitterstäbe durchbricht.
Fleischgewordenes Wort
Der Beginn des Johannes-Evangeliums gehört zu den berühmtesten und am meist zitierten Versen des zweiten Testamentes, wenn nicht der ganzen Bibel: »1 Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Der, der das Wort ist, war am Anfang bei Gott. 3 Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts, was ohne ihn entstanden ist. 4 In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen. 5 Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.« (Joh 1,1-5, zitiert nach Neue Genfer Übersetzung) In der katholischen Messfeier wird dieses Evangelium am Weihnachtstag gelesen. Für viele ist das ein Höhepunkt im Kirchenjahr. Dieser poetische Text, der wohl nicht zur Spekulation darüber taugt, wer denn Christus sei, rührt die Menschen an und lässt etwas von dem Geheimnis erahnen, das ihm zugrunde liegt.
Weise Weihnacht
Der Begriff Weisheit im Zusammenhang mit Weihnachten fällt oft im Zusammenhang mit den Weisen aus dem Morgenland. Sie sind genaugenommen Gelehrte, die den Himmel beobachten und dabei eine besondere Entdeckung machen. Sie machen sich auf den Weg, um ihre Vermutung zu überprüfen und finden das Kind in Bethlehem. Aber Weise in unserem Verständnis sind sie nicht, eher Gelehrte oder Wissenschaftler. Als Weise kommen zwei andere ins Spiel, die wirklich weise, nicht nur aufgrund ihres hohen Alters, sondern auch wegen ihrer Haltung sind. Die Rede ist von Hanna und Simeon, die das Kind im Tempel erwarten und als den Erlöser erkennen.
Dankbarkeit
Was ist »Dankbarkeit«? Ein Wort, das uns schnell über die Lippen kommt, das wir aber nur schwer mit Inhalt füllen können, weil es ganz schnell unser Fassungsvermögen übersteigt. Es gibt Vieles, für das wir dankbar sein können, besonders dann, wenn wir es unverdient und absichtslos erhalten. Da brauchen wir den Satz, mit denen wir Kinder beibringen, dass sie »Danke« sagen sollen: »Und wie sagt man?« Gar nicht bemühen. Für Geschenke sind wir dankbar, wenn sie nicht Teil eines berechnenden Handelns sind. Wir sind dankbar für das Leben schlechthin, denn wir erfahren immer wieder, dass wir es nicht in der Hand haben. Sehr schnell ist etwas passiert, und dann ist das, was selbstverständlich ist, plötzlich ganz anders. Wenn das gut ausgeht, reagieren wir mit Dankbarkeit. Ein Sinnbild für diese Art von Dankbarkeit sind die Hände, die sich nach dem Regen ausstrecken.
Nur was wichtig ist
Der Löwe ist seit alters her das Erkennungszeichen des Markus-Evangeliums. Deshalb steht er auch als geflügeltes Wesen, wie die anderen drei Evangelisten an den großen Betonträgern der Autobahnkirche. Zusammen bilden sie das Fundament und die Stütze dieser Kirche. Alle vier Evangelien sind in der Verkündigung der Kirche gleichberechtigt, das Markus-Evangelium ist das älteste und das kürzeste. Es wurde schon als Passionsgeschichte mit einer langen Einleitung beschrieben. Markus hat aus dem Quellenmaterial einiges ausgewählt, was er zu seinem Evangelium verdichtet hat. Es kommt ihm nicht darauf an, ausführlich zu beschreiben oder zu erklären, warum Jesus so gehandelt hat. Er beschränkt sich auf das Wesentliche und beschreibt dann akribisch genau das Leiden und Sterben des Jesus von Nazareth. Seine Knappheit und Ursprünglichkeit machen den Reiz dieses Evangeliums aus.
Wachsen nach innen
Der Lebensbaum ist ein beliebtes Motiv von Emil Wachter. Es taucht an der Autobahnkirche im Inneren und vor allem im Außenbereich oft auf. Mit dem Lebensbaum wird eine Verbindung zur Entwicklung von Menschen und ihrem geistigen Wachstum geschaffen. So wie ein Baum im Lauf der Jahre wächst, größer wird und sich verändert, so ist es auch beim Menschen. Wir verändern uns immer wieder. Das geschieht wie beim Pflanzenwachstum ganz langsam, so dass man kaum eine Veränderung im Prozess erkennen kann. Doch mit zeitlichem Abstand wird uns bewusst, was sich in den letzten Tagen, Wochen oder Jahren getan hat. Für diesen Veränderungsprozess steht der Lebensbaum.
Erschienen!
Was verbinden wir mit Weihnachten? Wenn wir jetzt aufzählen, dann würde die Liste sehr lang werden. Viele Gefühle, Erinnerungen werden ihren Platz darin haben. Und irgendwann taucht dann das Ereignis auf, warum wir Weihnachten feiern: Die Geburt von Jesus Christus. Nach christlicher Überlieferung wurde er als Sohn Gottes durch Maria in einem wundervollen Akt einer Jungfrauenzeugung und -geburt zur Welt gebracht. Das wird uns im Matthäus- und Lukas-Evangelium beschrieben. Das ist das Geschehen, das wir an Heiligabend und am Weihnachtstag feiern. Das zweite Weihnachtsfest kommt da schon weniger emotional daher. Wir feiern am 6. Januar das Fest »Epiphanie«, übersetzt: »Erscheinung«. Es wird traditionell mit dem Zug der Weisen aus dem Morgenland verbunden, die das Kind in Betlehem finden.
Schützende Macht
Engel kommen dann ins Spiel, wenn wir nicht mehr weiter wissen, wenn wir mit unseren Erklärungen am Ende sind und Dinge geschehen, die nicht zu unseren üblichen Vorstellungen passen. Mit Engel und ihrem Wirken können wir vieles erklären. Im Gegensatz zum Buch der Apokalypse, in dem die Engel auch kriegerisch und zerstörerisch auftreten, haben wir fast ausschließlich positive Bilder von Engeln im Sinn. So auch hier im Ostfenster in der Autobahnkirche. Dieser Engel tritt mit Vollmacht auf, es ist eine imposante Erscheinung. Sein Blick, seine Haltung, die Dynamik, die dieser Engel ausstrahlt, lässt diese Macht sichtbar und spürbar werden. Und er fällt auf, weil er zwischen den farbigen Fenstern als weiße Gestalt sofort ins Auge sticht.
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