Weise Weihnacht

Der Begriff Weisheit im Zusammenhang mit Weihnachten fällt oft im Zusammenhang mit den Weisen aus dem Morgenland. Sie sind genaugenommen Gelehrte, die den Himmel beobachten und dabei eine besondere Entdeckung machen. Sie machen sich auf den Weg, um ihre Vermutung zu überprüfen und finden das Kind in Bethlehem. Aber Weise in unserem Verständnis sind sie nicht, eher Gelehrte oder Wissenschaftler. Als Weise kommen zwei andere ins Spiel, die wirklich weise, nicht nur aufgrund ihres hohen Alters, sondern auch wegen ihrer Haltung sind. Die Rede ist von Hanna und Simeon, die das Kind im Tempel erwarten und als den Erlöser erkennen: »25 Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er war fromm, hielt sich treu an Gottes Gesetz und wartete auf die Rettung Israels. Er war vom Geist Gottes erfüllt, 26 und der hatte ihm die Gewissheit gegeben, er werde nicht sterben, bevor er den von Gott versprochenen Retter mit eigenen Augen gesehen habe. 27 Simeon folgte einer Eingebung des Heiligen Geistes und ging in den Tempel. Als die Eltern das Kind Jesus dorthin brachten und es Gott weihen wollten, wie es nach dem Gesetz üblich war, 28 nahm Simeon das Kind auf die Arme, pries Gott und sagte: 29 »Herr, nun kann ich in Frieden sterben, denn du hast dein Versprechen eingelöst! 30-31 Mit eigenen Augen habe ich es gesehen: Du hast dein rettendes Werk begonnen, und alle Welt wird es erfahren. 32 Allen Völkern sendest du das Licht, und dein Volk Israel bringst du zu Ehren.« (...) 36 In Jerusalem lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls aus dem Stamm Ascher. Sie war schon sehr alt. Sieben Jahre war sie verheiratet gewesen, 37 und seit vierundachtzig Jahren war sie Witwe. Sie verließ den Tempel nicht mehr und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38 Auch sie kam jetzt hinzu und pries Gott. Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Rettung Jerusalems warteten.« (Lukas 2,25-32.36-38, Übersetzung Gute Nachricht).
Hanna und Simeon sind sehr geduldig und warten. Sie vertrauen auf eine Verheißung, die ihnen einmal zuteil geworden ist. Sie können warten und sind im richtigen Augenblick zur Stelle und erkennen das Kind inmitten der vielen Menschen, die den Tempel aufsuchen. Sie machen eine ganz besondere Erfahrung und erkennen, dass Gott es gut mit ihnen meint. Ihr Warten hat ein Ende, ihre Aufgabe - und ihr Leben - ist erfüllt.