Bilderweltarchiv 2026

  

Blutfleck

Wenn wir auf unserer Kleidung einen Blutfleck haben, dann sind wir natürlich nicht sehr erfreut. Einmal davon abgesehen, dass es schwer zu reinigen ist, gibt es irgendwo eine Verletzung, sei es am eigenen Körper oder bei jemand anders. In kriminaltechnischen Untersuchungen ist eine Blutspur auf der Kleidung oft ein Hinweis auf die Täterschaft. Wer so gezeichnet ist, dem helfen auch Unschuldsbeteuerungen nicht. Zumindest die Anwesenheit am oder eine Verbindung zum Tatort ist bewiesen. Wenn die Blutspur sichtbar ist, ist es zu spät, um nach Ausflüchten zu suchen, die (Mit-)Schuld liegt auf der Hand. Zudem wissen wir ja auch, dass Blut ein »ganz besonderer Saft« ist, wie Mephistopheles im Faust bemerkt. Es ist ja der Teufel, der in Märchen und Legenden seine Verträge mit Blut unterschreiben lässt. 

Stellvertretende Fürbitte

Der Heilige Christophorus ist der Patron der Autobahnkirche und neben anderen Schutzpatron der Reisenden. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern, die in der katholischen Kirche verehrt und in unterschiedlichen Notsituationen angerufen werden. So wird er an der Christophorus-Stele in der Autobahnkirche angerufen. Der legendäre Christophorus kannte das Leben und wollte dem mächtigsten Herrscher dienen. Nachdem er von einem König und dem Teufel enttäuscht war, suchte er Jesus Christus, um ihm zu dienen. Er trug ihn in Gestalt eines Kindes über eine gefährliche Furt. So wurde ihm auch der Name »Christophorus« verliehen, aus dem griechischen übersetzt: »Christusträger« wird. So hat es Emil Wachter dargestellt. 

Opfer königlicher Willkür

Wer mit einem tyrannisch regierenden Herrscher in Konflikt kommt, hat meist keine guten Karten. Die Geschichtsbücher sind voll von Schicksalen der Unschuldigen, die zu Tode gekommen sind. So auch Nabot, der nicht bereit war, seinen Weinberg dem König Ahab zu verkaufen, der ihn unbedingt haben wollte, um einen Gemüsegarten anzulegen. Nabot weigerte sich, weil er seinen ererbten Familienbesitz nicht weitergeben wollte. Er wird von Königin Isebel durch eine Intrige in eine Falle gelockt und hingerichtet: »12 Die Ältesten riefen die Bürger der Stadt zu einer Bußfeier zusammen und ließen Nabot ganz vorne sitzen. 13 Ihm gegenüber saßen die beiden Schurken. Sie standen als Zeugen gegen Nabot auf und erklärten: ›Nabot hat Gott und dem König geflucht!‹ Nabot wurde vor die Stadt hinausgeführt und gesteinigt. 14 Dann ließen die Ältesten der Stadt Isebel melden: »Nabot ist tot, man hat ihn gesteinigt.« 15 Als Isebel die Nachricht erhielt, sagte sie zu Ahab: ›Auf, nimm den Weinberg in Besitz! Dieser Nabot aus Jesreel, der sich geweigert hat, ihn dir zu verkaufen – er lebt nicht mehr, er ist tot!‹ 16 Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, ging er sofort hinunter, um Nabots Weinberg in Besitz zu nehmen.« (1 Könige 21,12-16, Übersetzung Gute Nachricht)

Lass mich doch in Ruhe!

Im Gethsemane-Fenster sehen wir einen Jünger  Jesu, der eingeschlafen ist. Diese Darstellung ist Ausdruck einer Haltung, dass ich mich dem, was mich umgibt, gerne entziehen will. Heute dringt ganz vieles auf uns ein und der erste Wunsch ist der, dass all das ausgeblendet werden kann. Zu einem gewissen Grad ist das möglich, aber auf die Dauer hilft es nicht. Ständig nur schlechte Nachrichten zu hören, macht müde. Immer nur Katastrophenmeldungen zu sehen, raubt die Kraft. Im Beruf und in der Freizeit nur mit Verzweiflung und Schrecken konfrontiert zu sein, lässt uns erschlaffen. 

Dass Gott dreinfahre

In alten, mythischen Schriften finden wir immer Beispiele dafür, wie Götter in den Ablauf der Welt und in das Leben der Menschen machtvoll eingreifen. Im Buch Genesis wird so eine Begegnung zwischen Gott und Abraham beschrieben. Für Emil Wachter war diese Erzählung die Grundlage für die Darstellung am Abraham-Fries: »7 Der Herr sagte zu Abram: ›Ich bin es, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zu geben, ich, der Herr!‹ 8 ›Herr, mein Gott‹, erwiderte Abram, ›kann ich denn sicher sein, dass ich es je besitzen werde? Gib mir doch eine Bestätigung dafür!‹ 9 Der Herr sagte: ›Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube!‹ 10 Abram holte die Tiere, zerteilte jedes der Länge nach in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber; nur die Vögel zerteilte er nicht. 11 Raubvögel fielen über die Stücke her, aber Abram verscheuchte sie. 12 Als die Sonne unterging, fiel Abram in einen tiefen Schlaf, und eine unheimliche, erdrückende Angst legte sich auf ihn. (...) 17 Als die Sonne untergegangen und es ganz dunkel geworden war, sah Abram auf einmal einen rauchenden Schmelzofen und eine brennende Fackel, die fuhren zwischen den zerteilten Tieren hindurch. 18 Auf diese Weise schloss der HERR damals mit Abram einen Bund und gab ihm die Zusage: ›Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land.‹ (Genesis 15,7-12.17-18b, Übersetzung Gute Nachricht)

Bitten und Flehen

Ein Mensch schreit um Hilfe! Es ist die Haltung eines Ertrinkenden, der mit letzter Kraftanstrengung noch einmal die Arme hochreckt und auf sich und seine hoffnungslose Lage aufmerksam macht! Es ist die Haltung, die wir auch mit einem verzweifelten Gebet in Verbindung bringen können. So spricht beispielsweise der Beter aus dem Psalm 121: » 1 Ich blicke hinauf zu den Bergen: Woher wird mir Hilfe kommen? 2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat!« (Psalm 121, 1-2, Übersetzung Gute Nachricht) Das ist die gläubige Bitte um Hilfe, die gleich auch eine vertrauensvolle Verheißung ausdrückt, dass Gott eingreifen wird. Diese Glaubensaussage ist aber nicht selbstverständlich, weil es nicht sicher ist, ob Gott wirklich eingreift. Im Gegenteil! Wie oft verhallt ein verzweifelter Hilferuf ungehört? Wie oft wird das Vertrauen in göttlichen Beistand enttäuscht? Da hat dann alles Bitten und Flehen nichts geholfen, das Leben oder Schicksal (oder Gott?) hat erbarmungslos zugeschlagen. Der Hilferuf ist verrauscht und das Leben geht seinen normalen Gang weiter, als ob nichts geschehen wäre. 

Furchtbar grausam

Gibt es etwas Schlimmeres, als über den Tod von Kindern berichten zu müssen? In Nachrichten wird besonders darauf hingewiesen, wenn bei Anschlägen, Kampfhandlungen und bei Naturkatastrophen und Unfällen Kinder ums Leben kommen. Sicherlich wird diese Information eingesetzt, um die Grausamkeit des Angriffs oder deren Unrechtmäßigkeit zu demonstrieren. Das ist auch richtig so. Trotzdem ist es bedenklich, dass der Tod von Erwachsenen fast schon billigend in Kauf genommen wird. Das nur nebenbei.
Der Mord an den Jungen von Bethlehem, der von Herodes angeordnet wurde, um den neugeborenen König als Nachfolger auszuschalten, wird gerne als Paradebeispiel für den Zynismus der Macht hergenommen, der vor dem Tod von Kindern nicht Halt macht. Sie werden hier nicht nur als Opfer in Kauf genommen, sie sind sogar das Ziel des Krieges, denn darum handelt es sich. Herodes führt ihn gegen sein eigenes Volk. Kriege fordern Opfer, jedes Opfer ist eines zuviel. Das wird besonders an den Kindern deutlich, die dabei umkommen.

Grün ist die Hoffnung

In den Fenstern der Autobahnkirche ist die Farbe Grün die Ausnahme. Sie kommt selten vor und wenn, dann nur in ganz kleinen Splittern. So auch im rechten Seitenstreifen an der Tür Richtung Süden. Ein kleiner grüner Farbklecks, der deshalb umso mehr aus der Fläche mit den blauen Vierecken heraussticht. Man fühlt sich an eine Seite eines fast kompletten Zauberwürfels erinnert, den es zur Zeit des Baus der Autobahnkirche noch gar nicht gab. Ein kleiner grüner Farbklecks, der die Langeweile eines einfachen Gitters durchbricht. Ein kleiner grüner Farbklecks, der eine andere Geschichte erzählt als seine Umgebung. 
Im Volksmund sagt man: »Grün ist die Hoffnung.« Die Farbe Grün steht für das Wachstum in der Natur, für das Aufstrebende von Pflanzen, von der unbändigen Kraft, die es ausstrahlt. Wenn die Natur im vollen Saft steht, wie man so sagt, dann sieht man unendlich viele Grüntöne in der Landschaft. Hildegard von Bingen spricht von der »Grünkraft«, die sich Bahn bricht und nicht aufzuhalten ist.

Mutterglück

Eine Mutter herzt ihr Kind und drückt es fest an ihre Brust. Sie schenkt ihm Geborgenheit und Liebe. Es handelt sich hier um Sara, die ihren einzigen Sohn Isaak im Arm hält, aber das ist zweitrangig. Es könnte ebenso ihre Magd Hagar sein, die Ismael, ihren Erstgeborenen liebkost. Oder jede andere Mutter, die ihr Kind festhält. Diese Darstellungen ähneln sich, weil das Gefühl, von dem sie erzählen, sich ähnelt. Über die Kulturen und Zeiten hinweg ist die Liebe, die eine Mutter ihrem Kind entgegenbringt immer gleich beeindruckend. Das ist nicht einmal etwas besonderes bei der menschlichen Rasse, selbst im Tierreich beobachten wir Mütter, die ganz liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Aus der Forschung wissen wir, dass in diesem herzigen Umarmen ganz viele Hormone ausgeschüttet werden, die die Bindung zwischen Mutter und Kind festigen und ihre Beziehung vertiefen - und wichtige Weichen für das weitere Leben stellen. Berührungen und Streicheln gehören ebenso dazu wie Geräusche und Worte, Lieder und Bewegungen.

Hiobs Frau

Wenn wir nach einem Menschen gefragt werden, der viel erdulden musste, dann kommt uns sehr rasch Hiob in den Sinn. Der Teufel wettet mit Gott, dass Hiob seinen Glauben verlieren würde, wenn ihn das Glück verlassen hat. Hiob bleibt aber standhaft, auch wenn er seine ganzen Güter sein Hab und Gut, Haus und Hof verliert und schließlich auch seine sieben Söhne und drei Töchter. Hiob bleibt treu. So weit so gut, aber was ist eigentlich mit Hiobs Frau, die das alles auch erdulden muss? Von ihr ist nicht die Rede, nur einmal wird sie im Buch Hiob erwähnt. Ein Name von ihr ist nicht überliefert.
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