Der Untergang von Sodom und Gomorrha wird als ein schreckliches Ereignis im Buch Genesis geschildert. Es ist gar nicht nötig, den Schrecken im einzelnen auszumalen, es reicht, in einem kurzen Satz zu erzählen, was mit Lots Frau dabei geschah: »23 Die Sonne ging gerade auf, als Lot in Zoar ankam. 24 Da ließ der Herr Schwefel und Feuer vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabfallen. 25 Er vernichtete die beiden Städte und die ganze Gegend, ihre Bewohner und alles, was dort wuchs. 26 Lots Frau aber schaute zurück; da erstarrte sie zu einer Salzsäule.« Diesen Moment hat Emil Wachter an der Westseite des Abraham-Tores dargestellt. In sich verdreht vom Blick zurück steht Lots Frau starr da. Das, was geschieht, raubt ihr den Atem , sie ist starr vor Schreck.
Bilderweltarchiv 2024
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
Gib uns heute tägliches Brot
Diese Bitte aus dem Vater unser ist wohl die, die wir am besten verstehen. Wir können sie als eine ganz konkrete Bitte in unsere Welt hinein verstehen, denn es geht hier wirklich darum, dass die alltäglichen lebensnotwendigen Bedürfnisse gestillt werden können. Es ist eine Grundangst des Menschen, dass nicht genügend zu Essen da ist und dass man Hunger leidet. Deshalb war und ist der Nahrungsversorgung ein Großteil der Lebenszeit gewidmet. In früheren Zeiten war der Tag mit Nahrungsbeschaffung ausgefüllt. In Zeiten der Arbeitsteilung und der Industrialisierung wurde dieser Aufwand immer geringer, man hat jetzt Zeit für andere Dinge. Dass man beim Lebensunterhalt ausschließlich an Nahrung denkt, ist nicht mehr der Fall. In unseren Breiten ist es selbstverständlich, dass kaum jemand Hunger leiden muss. Doch das ist nur scheinbar so. In Krisenzeiten greifen die alten Mechanismen und man sucht sich genügend Nahrung und hortet diese, wenn es möglich ist. Und es muss jeweils für heute reichen, wenn Horten nicht möglich ist.
Petrus der Fischer
Das Christentum ist, wie jede Religion, eine Sammlung von Ideen und Überzeugungen, die von Menschen erfahren und weitergetragen werden. Oft waren es besonders gebildete Menschen, die für eine neue Form des Glaubens eingetreten sind. Der Apostel Paulus ist das für das Christentum. Aber es gibt auch andere Menschen, die mindestens genauso wichtig waren, aber nicht diese Ausbildung hatten. Da ist vor allem Petrus zu nennen, der als einer der Jünger Jesu die Führung im Kreis der Apostel für sich beanspruchen konnte. Dabei war das für ihn gar nicht vorgesehen. Er war ein einfacher Mann, der am See Genesaret lebte, Er hatte Familie, ging seinem Beruf als Fischer nach. Er lebte wahrscheinlich bewusst nach den Vorschriften der Tora, wie alle seine Nachbarn. Über seine weiteren Lebensumstände wissen wir nichts, wir können es nur vermuten. Sein Alltag war der eines Fischers. Zusammen mit seinen Berufskollegen fuhr er, wann immer es ging, meist nachts auf den See hinaus, um zu fischen.
Der Grund Gottes
In der christlichen Farbenlehre wird Gold immer dann verwendet, wenn von Gott die Rede ist. Wenn Heilige beispielsweise auf goldenem Grund dargestellt sind, dann heißt das, dass sie in der Gegenwart Gottes leben, sie sind ganz vom göttlichen Glanz umgeben und durchdrungen. So taucht Gold auch in den Glasfenstern der Autobahnkirche auf. Besonders im Geburtsfenster an der Nordseite sehen wir eine große goldene Fläche, auf der Jesus als Neugeborenes liegt. Natürlich besteht hier auch der Bezug zur Krippe mit dem Stroh, auf das das Kind gelegt wurde. Dieses Stroh ist golden und bildet die Unterlage, auf der Emil Wachter die Menschwerdung Gottes darstellt.
Es hat eine besondere Bedeutung, wenn das Stroh in der Krippe zum Grund Gottes wird. Stroh ist das einfachste landwirtschaftliche Produkt und wird als Abfallprodukt der Getreidegewinnung weiter verwendet. An sich ist Stroh wertlos, wird als Streu verwendet und mit den Fäkalien der Tiere auf dem Misthaufen entsorgt.
Es hat eine besondere Bedeutung, wenn das Stroh in der Krippe zum Grund Gottes wird. Stroh ist das einfachste landwirtschaftliche Produkt und wird als Abfallprodukt der Getreidegewinnung weiter verwendet. An sich ist Stroh wertlos, wird als Streu verwendet und mit den Fäkalien der Tiere auf dem Misthaufen entsorgt.
Liebesbande
Zwei junge Menschen stehen einander gegenüber, sie sehen sich und fühlen sich zueinander hingezogen. Zwischen ihnen entsteht mit Blüten und Ranken verziert ein Band, das sie immer näher zueinander bringt. Sie lernen sich kennen, sie finden zueinander, ihre Liebe bindet sie immer enger zusammen. So kann man diese Darstellung von Emil Wachter am Abraham-Fries der Autobahnkirche deuten. Wir sehen Abraham und Sarah, oder Abram und Sarai, wie sie zu diesem Zeitpunkt noch heißen, als junges Paar, das sich findet. In der Bibel wird nichts davon berichtet, wie Abraham und Sarah sich kennenlernen, ihre Heirat und die kinderlose Ehe werden erwähnt. Als Abraham 75 Jahre alt war, Sarah war wohl kaum jünger, werden sie von Gott aufgefordert, ihre Heimat zu verlassen und nach Kanaan zu ziehen.
Verstoßen
Eine Mutter mit ihrem Kind, die beiden sind zärtlich miteinander verbunden, sie brauchen einander. In dieser Zweisamkeit scheinen sie allen Gefährdungen der Welt da draußen zu trotzen. Diese Darstellung am Abraham-Fries an der Autobahnkirche strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Doch der Schein trügt. Wir sehen hier Hagar mit ihrem Sohn Ismael. Die Ehe von Abraham und Sarah blieb trotz göttlicher Verheißung kinderlos. Deshalb trifft Sarah die Entscheidung, dass Abraham mit ihrer Magd Hagar ein Kind zeugen soll. Hagar gebiert den Sohn Ismael. Er wird umhegt und umsorgt, bis Sarah selbst schwanger wird und einen Sohn, Isaak, zur Welt bringt. Die, die bisher gut genug war, stört jetzt und muss fort. Sie wird verstoßen, man braucht sie und ihren Sohn nicht mehr.
Trennendes Feuer verbindet
Abraham möchte von Gott eine Bestätigung der Zusage, dass er zu einem großen Volk werden wird. Bisher sprechen alle Anzeichen dagegen, die Ehe zwischen Abraham und Sarai ist noch immer kinderlos. So fordert Gott Abraham auf, ein Opfer vorzubereiten, damit er zeigen kann, wie er seine Zusage einhält.: »10 Abram holte die Tiere, zerteilte jedes der Länge nach in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber; nur die Vögel zerteilte er nicht. 11 Raubvögel fielen über die Stücke her, aber Abram verscheuchte sie. 12 Als die Sonne unterging, fiel Abram in einen tiefen Schlaf, und eine unheimliche, erdrückende Angst legte sich auf ihn. (...) 17 Als die Sonne untergegangen und es ganz dunkel geworden war, sah Abram auf einmal einen rauchenden Schmelzofen und eine brennende Fackel, die fuhren zwischen den zerteilten Tieren hindurch. 18 Auf diese Weise schloss der HERR damals mit Abram einen Bund und gab ihm die Zusage: »Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land.« (Genesis 15,10-12.17-18, Übersetzung Gute Nachricht)
An den Quellen des Lebens
Im Nahen Osten, dem gelobten Land, gibt es viele fruchtbare Landstriche, aber auch solche, in denen Wasser rar ist. Deshalb spielen die Brunnen in der Geschichte Abrahams und seinen Nachkommen eine große Rolle. Für die Nomaden, die mit ihren Herden umherziehen, ist es lebenswichtig, Zugang zu Brunnen zu haben und um deren Standort zu wissen. Von Abraham wird öfters berichtet, dass er einen Brunnen gegraben hat, die Quelle gefasst und ein sichtbares Zeichen hinterlassen, dass es sein Besitz ist. Auch von seinen Nachkommen wird Ähnliches erzählt. Jakob, sein Enkel, hat in Samarien am Fuß des Berges Garizim bei Sichem, dem heutigen Nablus, einen Brunnen gegraben, bei dem er der Legende nach auch bestattet wurde. Dieser Brunnen ist später der Ort des Gespräches zwischen Jesus und einer unbekannten Frau aus Samaria über das Wasser, das Leben spendet.
Schreckliche Belohnung
Salome hat getanzt und damit ihren Stiefvater Herodes Antiopas in Verzückung versetzt. Jetzt darf sie sich eine Belohnung wünschen. Auf Anraten ihrer Mutter Herodias fordert sie das Haupt des Täufers und dieser Wunsch wird ihr erfüllt. Jetzt sehen wir sie, wie sie stolz den Kopf des Johannes ihrer Mutter überreicht. Herodias selbst ist sehr unnahbar und kalt dargestellt. In einer Vignette sehen wir ihr Gesicht im Profil, wie auf einer Münze. Sie ist Herrscherin durch und durch. Sie zeigt keine Regung, ihre Tochter hat die ihr aufgetragene Mission erfüllt.
Moses, der Retter
Mit geballter Faust und einem entschlossenen Gesicht sieht man Mose, wie er zum Befreier seines Volkes wird. Anfangs hat er an seiner Aufgabe gezweifelt, oft war er verzweifelt und nahe daran, aufzugeben. Doch seine Entschlossenheit hat er nie verloren und ist für sein Volk die Gestalt geworden, die Freiheit und Hoffnung verkörpert. Er hatte die entscheidende Offenbarung Gottes als »Ich bin da«. Er war es, der zusammen mit seinem Bruder vor den Pharao hingetreten ist und vergeblich um die Freiheit für sein Volk gebeten hat. Er war es, der den Zug der Israeliten aus Ägypten bei Nacht und Nebel angeführt hat. Er war es, der in der Wüste dem Volk Wasser gab. Er wagte es, in die Nähe Gottes zu gehen und die Gesetze in Empfang zu nehmen. Er musste mit der Enttäuschung leben, dass in seiner Abwesenheit das mühsam zusammen gestrickte Gebilde auseinander brach. Er handelte mit Gott einen neuen Vertrag aus und brachte das Gesetz zu seinem Volk. Er führte es letztlich an die Grenzen des Landes Kanaan.
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