Nimm mich, lass mich

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Da wartet eine große Aufgabe auf dich, die du gerne wahrnehmen würdest. Du bist dir aber nicht sicher, ob du das wirklich tun sollst. Vielleicht traust du es dir doch nicht ganz zu, fühlst dich etwas überfordert und kennst dazu noch jemanden, der oder die das sicherlich besser könnte als du selbst. Aber da ist das Reizvolle, die Herausforderung, vor die du dich gestellt siehst, du fühlt dich geschmeichelt, weil da jemand ist, der dir das alles zutraut. »Soll ich, soll ich nicht?« Diese Frage wird hin und her gewälzt und es gibt keine eindeutige Antwort. Am Elia-Turm sehen wir den Propheten Elia, der mit sich ringt. Er möchte sich dem Anspruch Gottes gerne stellen, weil es ja wichtig ist, für die gute Sache einzutreten. Er hat Angst davor, sich diesem großen Anspruch zu stellen. Er findet keine Antwort auf die Frage: »Soll ich,. Oder soll ich nicht?« Sie begleitet ihn. Schließlich geht er den Weg, den er gehen soll und lässt alles auf sich zukommen. Am Ende hat er seine Aufgabe mit Bravour erfüllt.
Auch wir tun uns schwer, Entscheidungen zu treffen. Manchmal werden solche Fragen in Gebetsform an Gott gerichtet, aber Gott entscheidet ja auch nicht für uns. Wir geben uns das Gefühl, dass Gott es für uns tut und uns auf den Weg stellt. Wenn Gott es von uns verlangt, wenn Gott es uns zutraut, dann können wir die neue Aufgabe übernehmen. Wir lassen uns dann von einer höheren Macht in Dienst nehmen und stellen es in ihre Verantwortung, ob wir genommen werden oder ob der Kelch an uns vorübergeht. Was ist jetzt besser? Selbst zu entscheiden oder die Entscheidung Gott zu überlassen?
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Wahrscheinlich erfordert beides gleichviel Mut. Wenn wir ehrlich sind, dann ist es immer unsere Entscheidung. Es wäre fatal, wenn wir Gott für uns entscheiden ließen, Wir könnten uns ja aus der Verantwortung stehlen, wenn es dann nicht geklappt hat. Andererseits erfordert es viel Mut, sich in die Hände von anderen zu geben. Es setzt eine grundsätzliche Entscheidung voraus. Wir kommen nicht darum herum. Wir müssen Entscheidungen treffen, ohne dass wir wissen, wie es am Ende ausgeht.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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