Verbotene Bäume

Bäume sind Zeichen für das Leben. Nicht zuletzt in Stammbäumen drücken wir unsere Herkunft aus und zeigen damit, wo unsere Wurzeln sind und wo wir herkommen. Deshalb spielen in allen Religionen Bäume eine wichtige Rolle. Sie tauchen in verschiedenen Mythen immer wieder auf. So auch in der Schöpfungsgeschichte im zweiten und dritten Kapitel im Buch Genesis. Da ist vom Baum des Lebens und vom Baum der Erkenntnis die Rede. Es sind verbotene Bäume, die den Menschen vorenthalten bleiben. Die zwangsläufige Übertretung des Verbots begründet das Dasein des Menschen als Wesen, das unter Schmerzen zur Welt kommt und das sich sein Überleben durch schwere Arbeit sicheren muss. Emil Wachter hat diese Bäume öfters in der Autobahnkirche dargestellt, manchmal als Lebensbaum, oft aber auch als Baum, den man als einen verbotenen Baum interpretieren kann. Am Nordeingang sehen wir einen solchen Baum.
Wenn es verbotene Bäume gibt, dann deshalb, weil sie den Menschen schaden. Das ist bei den Bäumen, die im Paradies beschrieben werden, aber nicht der Fall. Sie beenden zwar das Dasein im Paradies, aber sie ermöglichen es erst, dass sich die Menschen als die Wesen zeigen, die sie sind. Ein Mythos erklärt, warum etwas so ist, wie es ist.
Ob es um die Erkenntnis von Gut und Böse geht oder um die Erfahrung von Leben und Lebendigkeit schlechthin, in beiden Fällen ermöglicht die Übertretung des Verbotes, dass wir nachdenken und zwischen gut und böse unterscheiden können. Wenn uns bei der Autobahnkirche Bäume begegnen, dann spielt es keine Rolle, ob es verbotene Bäume sind oder nicht. Wichtig ist, dass sie immer mit uns zu tun haben. Es ist so wie es eben ist und das ist gut so. Diese Bäume erinnern uns daran. So wird jeder Baum zum Lebensbaum, zum lebendigen Zeichen für unsere Lebendigkeit. Um es mit der Sprache des Mythos zu sagen, müssen wir Eva und Adam dankbar sein, dass sie das bestehende Verbot übertreten haben.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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