Grausame Schönheit

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Schönheit und Macht trafen im Lauf der Geschichte immer wieder aufeinander. Diese Allianz war dann nicht immer zum Besten der Untertanen und gereichten auch den Herrschenden nicht immer zum Wohl. Wer nach menschlichen Ermessen mit Schönheit gesegnet war, verdankte dies weniger den eigenen Fähigkeiten, sondern viel eher den Erbanlagen und bekam dies als Gabe mit auf den Weg ins Leben. Ob man reich oder mächtig war, hat normalerweise keine Rolle gespielt. Wenn Schönheit, Reichtum und Macht zusammentrafen, dann waren dies meist politisch turbulente Zeiten, in denen Geschichte gemacht wurde. In den biblischen Ländern und Zeiten war dies kein bisschen anders. Emil Wachter stellt am Elia-Turm dieses Dilemma dar. Er zeigt die Königin Isebel, die als Gegenspieler von Elia alle ihre zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt, um ihre Macht und ihren Einfluss zu mehren und störenden Propheten mundtot zu machen. Sie macht mit ihren Gaben Eindruck. Doch der schöne Schein drückt. Was auf der einen Seite schön aussieht, zeigt auf der anderen eine unbeherrschte, gewalttätige Seite. Die schöne Isebel trachtet dem Propheten Elia nach dem Leben, so dass er fliehen muss. Sinnbildlich verfolgt ihn der Fuß Isebels, der an allen Orten, an denen er sich aufhält, nach ihm tritt,
Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass sich Grausamkeit hinter Schönheit verstecken kann. Und umso schrecklicher hat sie dann zugeschlagen. Meistens hat man nicht mit dieser Fratze der Gewalt gerechnet. Isebel ist sich ihrer Macht bewusst und setzt ihre Schönheit ein, um ihre Politik durchzusetzen und sich gegen Elia und seine Botschaft durchzusetzen. Anfangs gelingt ihr das, aber am Ende wird sie Opfer ihrer eigenen Intrigen. Sie wird vom Turm gestoßen und von den Hunden gefressen.
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Hochmut kommt vor dem Fall und Schönheit ist keine Garantie für Glück und Erfolg. Im biblischen Kontext bekommt sie die verdiente Strafe, denn sie hat fremden Göttern gehuldigt und deren Verehrung in Israel gefördert. Vom politischen Standpunkt aus war sie ein Opfer ihrer eigenen Machtpolitik und konnte die Geister, die sie rief, nicht mehr bändigen. Menschlich gesehen ist ihr Ende tragisch. Es hat ihr nichts genutzt, reich und schön gewesen zu sein. Ihr Schicksal lehrt uns danach zu fragen, wie wir unsere Gaben einsetzen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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