Bilderweltarchiv 2018

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Wo Gott sich niederlassen kann

22.10.2018
Der Thron Gottes in der Fensterfront Richtung Norden in der Autobahnkirche ist nicht besetzt. Warum das so ist, darauf gibt es ganz unterschiedliche Antworten. Ausgehend von Angelus Silesius können wir diesen leeren Thron als Spiegelbild für uns als Betrachtende sehen. Er schreibt im Cherubinischen Wandersmann: »Fragst Du, mein Christ, wo Gott gesetzt hat seinen Thron? Da, wo er dich in dir gebieret seinen Sohn.« (CW I,50) So stellt sich nicht die Frage, warum der Thron unbesetzt ist, sondern ob und wie wir selbst bereit sind, Gottes Thron zu sein.

Aufschauen

Im Psalm 121 steht der Vers: »Ich schaue auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?« Es ist der Ruf eines Menschen, der aus der Verzweiflung heraus nur noch den Weg zu Gott sieht. Er bietet sich selbst an und bringt seine Sehnsucht nach dieser Hilfe zum Ausdruck. Und vielleicht ist es die einzige Hilfe, die es noch gibt, selbst wenn sie nur Ausdruck einer Sehnsucht ist. Es ist der Blick nach oben, der Hoffnung ausstrahlt. Wer nach oben schaut, hat noch nicht aufgegeben. Es ist der Blick zu den Sternen, der Blick zum Himmel oder der Blick hin zu Gott. Damit drückt sich diese Sehnsucht aus. Eine Hoffnung auf Veränderung und Verbesserung wird aufrecht erhalten.

Einsatzjacke des Propheten

Woran erkennt man einen Propheten? Vielleicht daran, dass er etwas mitgenommen aussieht? Einer, dem es egal ist, was die anderen über ihn denken und sagen? Oder ist es ein Wunderling, den niemand ernst nimmt? Wahrscheinlich keines von alledem. Woran erkennt man sie dann? Wir möchten Menschen, die eine besondere Funktion haben, erkennen. Deshalb tragen sie Uniformen, die zeigen, was sie tun. Wenn es darauf ankommt, dass schnell gehandelt werden muss, sieht man schon von weitem, wer für was zuständig ist.

Marktschreier

Wer mag heutzutage noch Werbung? Sie stört und unterbricht, sie ist lästig und heischt an allen Ecken und Enden auf unsere Aufmerksamkeit. Sie verschlingt Unsummen von Geld, sehr viel Kreativität und wertvolle Ressourcen, die andernorts viel besser und wirkungsvoller eingesetzt werden könnten. Diese Kritik trifft die Reklame für Produkte, die niemand braucht, die man nicht ersetzen müsste und für die auch kein Bedürfnis besteht. Mit Werbung werden Bedürfnisse geweckt, die dann mit dem beworbenen Produkt befriedigt werden sollen.

Suchende

Satzzeichen haben keine Aussage, aber sie verstärken das, was gesagt wird. Mit besonderen Satzzeichen werden Frage und Antworten gekennzeichnet. Je nach Zeichen erkennen wir die Frage oder die klare Aussage. Und diese Satzzeichen sind nicht nur sichtbar, sondern in der gesprochenen Sprache auch hörbar. Und welches Satzzeichen ist heute am wichtigsten? Sofort kommt: die Antwort. Wir leben in einer Zeit von Antworten und möglichst schnell muss sie erfolgen. Experten werden herangezogen und wehe, sie wissen die Antwort nicht. Laut und unüberhörbar werden wir mit Antworten konfrontiert. Und im Konzert der Antworten haben wir kein Gespür mehr für die Fragen, manchmal scheint es als ob die Frage vergessen wurde oder schon gar nicht mehr gestellt wird. Hauptsache man hat eine Antwort!

Schwerter schwingen

Schwerter sind zwiespältig, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kriegs- und Verteidigungswaffe werden sie verwendet, um im schlimmsten Fall Menschen zu töten. Symbolisch werden sie herangezogen, um zu beschreiben, was es heißt, die Wahrheit zu finden und das Gute vom Bösen zu trennen. In der Fantasywelt haben sie oft eine übermächtige Wirkung und verleihen dem rechtmäßigen Träger neben besonderen Kräften auch eine entsprechende Autorität. Wer ein für ihn bestimmtes Schwert trägt hat besondere Macht. Ein Zauberschwert, das meist noch einen Namen und eine eigene Persönlichkeit hat, vermehrt die Kräfte des Besitzers.

Gesetzgebend

Woher wissen wir, was gut ist und was nicht? Wahrscheinlich haben wir  viel darüber in der Kindheit und Jugend gelernt. Durch die Erziehung im Elternhaus, im Kindergarten und in der Schule. Nicht zuletzt im Freundeskreis und auf der Straße haben wir gelernt, wie wir als Menschen leben sollen und welche Regeln wir befolgen müssen. Und wenn wir anders gehandelt haben, mussten wir mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Doch woher kommen diese Regeln, die wir wie selbstverständlich aufgenommen haben?

Höre Israel!

Diese zwei Worte gehören zum Ureigensten des jüdischen Glaubens. Emil Wachter verdeutlicht dieses Glaubensbekenntnis am Moseturm der Autobahnkirche. Und das nicht bildhaft, sondern mit dem gesprochenen Wort. Glaube kommt vom Hören, so seine Überzeugung. Es ist eine Sinneserfahrung, auf der Glauben beruht. Alles, was wir wissen, kommt durch die Sinne in uns hinein. Wir sind auf die Erfahrung bezogen und brauchen die Erfahrung, denn sonst ist unser Wissen sehr begrenzt. Es geht hier nicht zuerst um Lernen, sondern um Erfahren, das Lernen kommt hinterher. Das gilt besonders für die Glaubenserfahrung. Gott spricht zu seinem Volk. Vor allem anderen soll dieses auserwählte Volk auf das hören, was Gott zu ihm spricht.

Für die Ewigkeit

Die Pyramiden in Ägypten sind Zeugnisse einer alten Kultur und erzählen vom Umgang mit Sterben und Tod. Vieles von dem, was in und mit den Pyramiden gebaut wurde verstehen wir heute nicht mehr, aber wir sehen Sie. Napoleon soll zu seinen Soldaten gesagt haben: »Denkt daran, dass von diesen Monumenten 40 Jahrhunderte auf euch herabblicken.« Auch wenn dieser Ausspruch nicht historisch ist, so zeigt er doch die Ehrfurcht, die diese alten Bauwerke einflößen.

Rettendes Wasser

Wo finden wir das, was wir zum Leben brauchen? Wie kommen wir zu dem, was uns das Überleben sichert. Diese Frage hat das Volk Israel auf dem 40-jährigen Zug durch die Wüste immer wieder beschäftigt. Und sie haben daran gezweifelt, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind und ob sich die Flucht aus Ägypten auszahlen wird. Not und Mangel brachten sie an ihre Grenzen. Der Durst im wörtlichen Sinn hätte sie fast dazu gezwungen, wieder umzukehren. Wenn das Leben bedroht ist, wird die Vergangenheit beschworen, denn da war alles besser.
Ergebnisse 11 - 20 von 53
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.