Suchende

Satzzeichen haben keine Aussage, aber sie verstärken das, was gesagt wird. Mit besonderen Satzzeichen werden Frage und Antworten gekennzeichnet. Je nach Zeichen erkennen wir die Frage oder die klare Aussage. Und diese Satzzeichen sind nicht nur sichtbar, sondern in der gesprochenen Sprache auch hörbar. Und welches Satzzeichen ist heute am wichtigsten? Sofort kommt: die Antwort. Wir leben in einer Zeit von Antworten und möglichst schnell muss sie erfolgen. Experten werden herangezogen und wehe, sie wissen die Antwort nicht. Laut und unüberhörbar werden wir mit Antworten konfrontiert. Und im Konzert der Antworten haben wir kein Gespür mehr für die Fragen, manchmal scheint es als ob die Frage vergessen wurde oder schon gar nicht mehr gestellt wird. Hauptsache man hat eine Antwort!
Fragen dagegen sind eher unbequem. Sie lassen Vieles offen. Mit ihnen sollte vorsichtig umgegangen werden. Und wir wissen doch, dass jede Antwort neue Fragen aufwirft, meist mehr als beantwortet wurden. André Gide, der französische Nobelpreisträger für Literatur, hat einmal gesagt: »Glaube denen, die die Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben.« Wir Menschen suchen nach Antworten und das geht am besten, wenn wir Fragen stellen und vor allem mit einer fragenden Haltung durch die Welt gehen. Wir suchen die Wahrheit, wir streben nach Antworten. Wir müssen die Fragen aushalten und manchmal lange auf Antworten warten. Bei allem, was wir dabei zulassen müssen, können wir uns eines immer wieder vorsagen: Wer frägt, hat den Mut weiter zu gehen, wer nur Antworten hat, bleibt stehen und entwickelt sich nicht weiter.
Gerade unsere Zeit braucht vielmehr Fragezeichen als Ausrufezeichen. Wenn es um Glaubens- und Sinnfragen geht, dann sind es die Fragen, die weiterhelfen, nicht die Antworten. Als fragende Menschen stehen wir dazu, dass wir Suchende sind. Und nur das bringt uns weiter!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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