Aufschauen

Im Psalm 121 steht der Vers: »Ich schaue auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?« Es ist der Ruf eines Menschen, der aus der Verzweiflung heraus nur noch den Weg zu Gott sieht. Er bietet sich selbst an und bringt seine Sehnsucht nach dieser Hilfe zum Ausdruck. Und vielleicht ist es die einzige Hilfe, die es noch gibt, selbst wenn sie nur Ausdruck einer Sehnsucht ist. Es ist der Blick nach oben, der Hoffnung ausstrahlt. Wer nach oben schaut, hat noch nicht aufgegeben. Es ist der Blick zu den Sternen, der Blick zum Himmel oder der Blick hin zu Gott. Damit drückt sich diese Sehnsucht aus. Eine Hoffnung auf Veränderung und Verbesserung wird aufrecht erhalten.
Ist es zuviel verlangt, auch auf die Erfüllung der erwarteten Hilfe zu vertrauen, ja sie einzufordern? Genau genommen handelt es sich bei einem Gebet um solch eine Forderung, die in diesem Fall von Gott erfüllt werden soll. Der Glaubende vertraut darauf, dass in Erfüllung geht, um was er bittet. Der Psalm fährt fort, indem er genau das vorhersagt: »Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat.«
Vielleicht ist es die Erfahrung, dass Gebetserhöhrungen stattgefunden haben. Aber ist das nicht eher die Ausnahme? Kommt von Gott die Hilfe, die erhofft wird? Die Frage ist falsch gestellt. Es geht nicht darum, dass Gebetsforderungen erfüllt werden, und die dann als Beweis für die Existenz Gottes herangezogen werden. So einfach ist es nicht. Wir können die Haltung einnehmen, dass wir Menschen die Hoffnung nicht aufgeben und immer noch die Sehnsucht nach einer besseren Welt und nach einem glücklicherem oder heilerem Leben haben. Wenn wir ehrlich sind, dann macht diese Sehnsucht unser Leben aus. Die Sehnsucht nach Gott ist die Chiffre für diese Hoffnung. Es gibt auch die Verheißung nach diesem vollen un
d heilen Leben bei Gott. Die Heilige Schriften sind voll davon. Der Blick nach oben, zu den Bergen, zeugt von dieser Hoffnung. Schauen wir dahin, wo wir Hilfe für uns, für unsere Mitmenschen und für die Welt erhoffen und erwarten!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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