Es gibt verschiedene Zeichen für das Handeln Gottes. Das wohl sprechendste Zeichen ist die Hand. Immer wieder taucht sie als Zeichen für Gott auf. Gott handelt, im wahrsten Sinne des Wortes. Meistens ist es die Hand, die die Menschen und die Welt segnet. Und das meint sehr viel. Segnen bedeutet bezeichnen, schützen, heilen, berühren, streicheln, halten. Die Liste ließe sich lange fortsetzen, und wenn wir von dem reden, was wir mit segnen verbinden, fallen uns sicher weitere Begriffe ein. Es ist die Hand, von der wir konkrete Hilfe erhoffen. Sie ist der beste Ausdruck unseres Sehnens nach einem Eingreifen Gottes in unser Leben.
Bilderweltarchiv 2018
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
Der Platz an seiner Seite
Die Darstellung der beiden Apostel, Johannes und Jakobus, die beiden Söhne des Zebedäus über dem unbesetzten Thron ist alles andere als zufällig. Emil Wachter beruft sich dabei auf den Streit der beiden, wer denn auf der rechten Seite, der wirklich wichtigen von Jesus im Himmelreich sitzen wird. Es ist der ewige Streit, wer der erste sein soll. Und ihre Mutter setzt sich für die beiden ein. In unserer Zeit geht es dabei um Karriere. Es ist ein menschliches Streben, es möglichst weit zu bringen. Das Leben soll ja einen Sinn haben.
Unterwegs
Wenn man heute von Pilgern spricht, dann fällt auch ganz schnell der Satz: »Der Weg ist das Ziel.« In dieser Aussage steckt viel Wahres, aber so ganz trifft sie die ursprüngliche Absicht des Pilgerns nicht. Er ist vielmehr Ausdruck einer postmodernen Unverbindlichkeit. Auch wenn ich noch so sehr im Augenblick bin und mich ganz auf das Gehen im Hier und Jetzt konzentriere, bin ich doch auf dem Weg auf ein Ziel hin unterwegs. Es ist gut, ganz beim Gehen zu sein und zu bleiben, aber Ankommen ist mindestens genauso wichtig. Die Weisen machten sich auf. Sie sind der Inbegriff des modernen Pilgers.
Schlüsselgewaltig
In Abenteuerromanen und Fantasygeschichten ist es ein gängiges Thema, dass ein Held oder eine Heldin ausgeschickt wird, um Schlüssel zu finden, mit denen der Zugang zu einem anderen Reich oder zu dem rettenden Artefakt gefunden werden muss. Dieser Weg ist mühsam und gefahrvoll, oft gelingt es erst in letzter Minute, die Schlüssel zu finden, die Tore oder die Schatzkiste zu öffnen und dadurch die Rettung zu erlangen. Und das, was dann als Schlüssel bezeichnet wird, muss symbolisch verstanden werden. Schlüssel ist all das, was ich brauche, um einen Zugang zu ermöglichen, der mir unter normalen Umständen verwehrt ist.
Zumutung

Tragen und Halten
Es ist ein ziemlich schmuckloses Bauteil an der Autobahnkirche, ob wir es von außen oder von innen betrachten. Ein einfacher Betonpfeiler reicht von einer Ecke bis zur Spitze und das viermal. So schlicht diese Pfeiler auch sind, so wichtig und notwendig sind sie für das Gebäude. Jeder der vier Pfeiler wird dringend gebraucht.
Es braucht mindestens drei Träger, um ein dreidimensionales Gebilde standsicher zu machen. An der Autobahnkirche sind es vier und sie geben dem ganzen Gebäude den Halt, den es braucht. Sie sind wichtig, ohne dass das eigens kenntlich gemacht werden muss. Deshalb sind sie wohl auch nicht verziert. Die vier Pfeiler geben Halt und prägen eine bestimmte Form.
Es braucht mindestens drei Träger, um ein dreidimensionales Gebilde standsicher zu machen. An der Autobahnkirche sind es vier und sie geben dem ganzen Gebäude den Halt, den es braucht. Sie sind wichtig, ohne dass das eigens kenntlich gemacht werden muss. Deshalb sind sie wohl auch nicht verziert. Die vier Pfeiler geben Halt und prägen eine bestimmte Form.
Nimm und iss!
Wann weiß ich, ob ich etwas verstanden habe? Wann habe ich das Recht dazu, Wissen weiterzugeben? Wir legen Prüfungen ab und geben damit zum Ausdruck: Ich habe es verstanden. Aber ist es dann auch so, dass ich es wirklich ganz verinnerlicht habe? Habe ich das, was ich weitergeben will, mir schon ganz zu eigen gemacht? In der Heiligen Schrift taucht in diesem Zusammenhang immer wieder das Bild des Essens auf. Jesaja werden glühende Kohlen in den Mund gelegt. Der Seher der Apokalypse muss eine Schriftrolle mit dem Inhalt der Botschaft essen:
Suchend und fragend
Drei schattenhafte Gestalten folgen dem Stern. Es sind der Kleidung nach Menschen von heute, die Emil Wachter im Dreikönigsfenster der Autobahnkirche darstellt. Sie trotzen den widrigen Bedingungen und sind unbeirrt auf ihr Ziel hin ausgerichtet. Sie sind die, die sich auf das Risiko einer langen und ungewissen Reise einlassen und nicht wissen, wo sie am Ende hinkommen und was dabei für sie herauskommt. Die Weisen aus dem Morgenland stehen sinnbildlich für uns moderne Menschen. Sie handeln wie wir, sie suchen und fragen, sie werden getrieben von einer Hoffnung und wollen am Ende auch ein Ergebnis ihres Strebens sehen. Sie erreichen das Kind, zu dem sie der Stern geführt hat.
So was von verzweifelt
»Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr, Gott, erhör mein Rufen!« So dichtet Martin Luther in seinem bekannten Kirchenlied. Er zitiert den Psalm 130. Emil Wachter verbindet diesen Vers mit der Verzweiflung Jesu am Ölberg. Eine Gestalt, an der man schon die Wundmale und das bevorstehende Leiden erkennt, reckt flehend die Hände nach oben und bittet um Hilfe.
Diese Darstellung kann man als Sinnbild für Verzweiflung und Ausweglosigkeit sehen. Welche Fragen beschäftigen einen Menschen in dieser Situation? »Ich kann nicht mehr!« »Ich weiß nicht mehr weiter!« »Da, wo es mich jetzt hintreibt, da will ich doch gar nicht hin!« Diese Verzweiflung, so erzählt es der Evangelist, ist Jesus nicht fremd, im Gegenteil, er ist davon in Beschlag genommen.
Diese Darstellung kann man als Sinnbild für Verzweiflung und Ausweglosigkeit sehen. Welche Fragen beschäftigen einen Menschen in dieser Situation? »Ich kann nicht mehr!« »Ich weiß nicht mehr weiter!« »Da, wo es mich jetzt hintreibt, da will ich doch gar nicht hin!« Diese Verzweiflung, so erzählt es der Evangelist, ist Jesus nicht fremd, im Gegenteil, er ist davon in Beschlag genommen.
Segensbedürftig
Gott hält segnend die Hand über ein Menschenpaar. So fasst Emil Wachter den Segen zusammen, den Gott über Noah und seine Familie spricht: »Gott segnete Noach und seine Söhne und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die ganze Erde!« (Gen 8,1) Dieser Segen wird für alle Zeiten ausgesprochen, somit können auch wir uns als Gesegnete verstehen, denn wir sind ja Gottes Kinder. Doch solch ein Segen ist zwiespältig. Obwohl wir gesegnet sind, verstoßen wir immer wieder gegen das, was wir eigentlich tun sollten oder wollen. Der Segen schützt uns nicht vor Unrecht. Wir sind auch nicht gegen Krankheit und Katastrophen gefeit. Immer wieder leiden Menschen unter ungerechten Lebensbedingungen und gehen zugrunde.
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