Tragen und Halten

Es ist ein ziemlich schmuckloses Bauteil an der Autobahnkirche, ob wir es von außen oder von innen betrachten. Ein einfacher Betonpfeiler reicht von einer Ecke bis zur Spitze und das viermal. So schlicht diese Pfeiler auch sind, so wichtig und notwendig sind sie für das Gebäude. Jeder der vier Pfeiler wird dringend gebraucht.
Es braucht mindestens drei Träger, um ein dreidimensionales Gebilde standsicher zu machen. An der Autobahnkirche sind es vier und sie geben dem ganzen Gebäude den Halt, den es braucht. Sie sind wichtig, ohne dass das eigens kenntlich gemacht werden muss. Deshalb sind sie wohl auch nicht verziert. Die vier Pfeiler geben Halt und prägen eine bestimmte Form. Sie bilden den Raum, der vom Dach umschlossen wird. Ohne diese Pfeiler hält das Dach nicht und der Raum kann auch nicht aufgespannt werden.
Mit den vier Trägern wird bei der Autobahnkirche ein Zelt nachgebildet. Die vier Zeltstangen helfen, dass etwas Stabiles entsteht, auch wenn es nur vorläufig ist. Dieses Zelt gibt Schutz und Geborgenheit. Und es entsteht ein Rückzugsraum, der von außen nicht eingesehen werden kann. Die Autobahnkirche ist ein Schutzraum. Diese Funktion sagen wir unseren Kirchen selten nach. Sind sie wirklich Schutzräume, in denen Glaubenserfahrungen gemacht werden können, ohne dass gleich alles nach außen getragen werden wird? Bieten sie wirklich Schutz vor den Einflüssen von draußen, die uns und unser Leben bedrängen? Oder bieten sie gar zu viel Schutz, so dass das Außen, so hilfreich es auch wäre, nicht eindringen kann?
Sind die Pfeiler auch deshalb schmucklos, dass sie sich voll und ganz auf ihre Aufgabe, das Halten und Tragen konzentrieren können. Jeder Schmuck, jedes Relief würde sie dann wohl schwächen. Dann könnten sie nicht mehr zum Schutz beitragen. Gut, wenn wir uns auf diese Pfeiler verlassen können, auch im übertragenen Sinn.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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