Schlüsselgewaltig

In Abenteuerromanen und Fantasygeschichten ist es ein gängiges Thema, dass ein Held oder eine Heldin ausgeschickt wird, um Schlüssel zu finden, mit denen der Zugang zu einem anderen Reich oder zu dem rettenden Artefakt gefunden werden muss. Dieser Weg ist mühsam und gefahrvoll, oft gelingt es erst in letzter Minute, die Schlüssel zu finden, die Tore oder die Schatzkiste zu öffnen und dadurch die Rettung zu erlangen. Und das, was dann als Schlüssel bezeichnet wird, muss symbolisch verstanden werden. Schlüssel ist all das, was ich brauche, um einen Zugang zu ermöglichen, der mir unter normalen Umständen verwehrt ist.
In der Autobahnkirche sehen wir am Haupteingang Richtung Westen ein Paar Schlüssel. In der christlichen Sprachlehre werden sie Petrus zugeordnet, der die Schlüssel zum Himmel in der Hand hält. Für uns ist dieses Rätsel gelöst, wir wissen, wo die Schlüssel sind und wer sie benutzt. Wir brauchen nicht den gefahrvollen Weg gehen, um sie zu finden. Wir können sogar einen Schritt weitergehen und sagen, dass wir sie schon in Händen halten. Daran werden wir erinnert, wenn wir die Kirche durch das Portal wieder verlassen. »Denke daran, dass Du die Schlüssel zum Himmel bei Dir hast!«
Wenn wir in unserem Alltag sind, gelten andere Gesetze. Wir sind immer wieder auf der Suche nach den richtigen Schlüsseln, die Aufgabe scheint viel zu groß und unlösbar, wie im Märchen oder in anderen phantastischen Geschichten. In diesen Geschichten dient die Suche nach dem richtigen Schlüssel der inneren Reife des- oder derjenigen, der oder die sucht. Und am Ende ist es nicht der jeweilige Schlüssel, der zur Lösung nötig ist, sondern  der Held oder die Heldin. Das ist eine wichtige Botschaft:
Wenn es um das Leben und die wichtigen Fragen des Lebens geht, dann haben wir die Schlüssel schon immer bei uns, ja, wir selbst sind diese Schlüssel. Die kleine Vignette am Ausgang der Autobahnkirche erinnert uns daran: »Du kannst die Türen, die Du durchschreiten willst oder musst, aufschließen, denn Du bist selbst dieser Schlüssel, den Du brauchst. Du bist schlüsselgewaltig!«
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.