Die Sternenumkränzte

Viele Mariendarstellungen orientieren sich an der Beschreibung einer Frau, die in der Offenbarung des Johannes gegeben wird. Diese Frau wird mit Maria gleichgesetzt, weil sie einen Sohn geboren, der bedroht war und zu Gott entrückt wurde. »Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.« (Offg 12,1) So steht Maria, auf der Erdkugel, mit dem Mond zu ihren Füßen. Die Sonne umstrahlt sie und ein Kranz von Sternen umgibt ihr Haupt. Sie trägt ihren Sohn auf dem Arm. Ganz anders diese Darstellung von Emil Wachter in der Autobahnkirche. Man sieht nur das Gesicht der Frau, ihre Haare wehen im Wind. Ein Kranz aus zwölf Strahlen umgibt sie. Und außen herum ein Kreis mit zwölf Sternen, die wie Edelsteine funkeln.
Der Sternenkranz ist ein Herrschaftssymbol und ersetzt die übliche Krone. Er steht für eine andere Art und Weise des Regierens. Nicht die Macht, die durch das Schwert errungen wird, gewinnt und sichert das Leben. Die wahre Herrscherin wird ausgewählt und mit natürlichen Attribute versehen. Von daher ist es logisch, wenn Maria als Königin des Himmels mit der Frau aus der Apokalypse gleichgesetzt wird. Sie hat diesen Anschein der Königin. Doch, wie gesagt, das ist nicht die einzige Deutung. Diese Frau aus der Offenbarung hat auch Ähnlichkeit mit Europa. Die Europäische Union soll den Sternenkranz mit zwölf Sternen aus der Apokalypse als ihr Erkennungszeichen ausgewählt haben.
Eine Herrschaft, die auf Frieden und Gerechtigkeit beruht. Diese Herrschaft ist bedroht. In dieser Frau erkennt sich die europäische Union wieder. Es ist gut, dieses Zeichen zu wahren. Und wir dürfen nicht vergessen, dass es ein Symbol aus der Offenbarung ist. Denn dieses Buch ruft uns dazu auf, uns zu entscheiden. Wir haben die Wahl zwischen Krieg und Frieden. Zwölf Sterne für den Frieden!
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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