Zeichen der Liebe

17.12.2018 |

Es gibt unzählige Darstellungen vom letzten Abendmahl und in der Autobahnkirche darf sie wohl auch nicht fehlen. Im Fenster an der Südseite sieht man Jesus, wie er mit seinen Jüngerinnen und Jüngern am Tisch sitzt. Im gemeinsamen Mahl wird eine Verbindung untereinander geschaffen, alle haben Teil am Leben Jesu, das er mit ihnen teilt. Es ist hier weniger das Opfer sichtbar, auch nicht die Hingabe im engeren Sinn, sondern an der Stelle des Herzens Jesu sieht man mit dem roten Kreis das Zeichen für das Leben in Gestalt des Brotes, das sie untereinander teilen.
Das Abendmahl und der anschließende Tod Jesu am Kreuz wird oft als Opfer gedeutet, das notwendig ist, damit sich Gott wieder mit den Menschen versöhnen kann. Aber muss das sein? Verstehen wir das im 21. Jahrhundert noch? Reicht es nicht aus, wenn man das Mahl als Zeichen der Verbindung untereinander sieht? Jesus schafft mit dem geteilten Brot ein Zeichen, durch das er gegenwärtig wird, für alle Menschen in ihrer konkreten Zeit und am jeweiligen Ort erfahrbar. Dazu brauchen wir das Opfer nicht. Jesus zeigt einen anderen Weg:
Die Botschaft Jesu ist eindeutig. Jeder Mensch ist es wert, dass Gott sich ihm oder ihr zuwendet. Jeder Mensch ist der Liebe Gottes wert. Gott ist bei jedem von uns, Gott ist in mir und in dir. Beim Propheten Jeremia spricht Gott: »Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein.« (Jer 31,33) Dieses Zeichen der Liebe hat keine Vorbedingung, die Zuwendung Gottes gilt von Anfang an. Deshalb ist auch kein Opfer nötig, damit die Verbindung wieder bestehen kann. Und wenn wir dieses Opfer nicht brauchen, sondern uns mit Jesus verbunden wissen, dann können wir getrost darauf verzichten, uns immer wieder klein und unwürdig zu machen. Wir müssen nicht beten: »Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach.
Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.« Wenn die Liebe das wichtige Kriterium ist, dann können wir anstatt beten: »Herr, ich bin es wert, dass du bei mir bist. Sprich in mir dein Wort, und ich lebe!« Unser gemeinsames Mahl ist ein äußeres Zeichen der Liebe und der Würde und spricht vom Wert, der uns allen zukommt.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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