Ein alter Mythos, der nicht biblisch begründet und doch mit dem Geschehen der Kreuzigung engstens verbunden ist, hat die Menschen immer wieder fasziniert. Es geht um die Erzählung des Grals. Nachdem der römische Soldat, in der Legende heißt er Longinus, die Seite des toten Jesu mit seiner Lanze öffnet, fließt aus dem Leichnam Blut und Wasser heraus. Das ist der Beweis dafür, dass Jesus wirklich tot ist. In dem Moment kommt ein Engel vom Himmel und fängt die kostbare Flüssigkeit in dem Kelch auf, den Jesus beim letzten Abendmahl verwendet hat, und verschwindet. Später taucht dieser Kelch wieder auf und wird zu einem wichtigen Mythos. Im Epos Parzival von Wolfram von Eschenbach fand er einen literarischen Niederschlag.
Bilderweltarchiv 2019
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
Engelsgesicht
Engel sind in. Sie werden vielfältig dargestellt und kommen oft dann zum Zug, wenn uns die Worte fehlen. Mit ihnen drücken wir Zuneigung und Trauer, Liebe und Schmerz aus. Und dort, wo Engel sind, hat das Unheil keine Chance mehr. Deshalb umgeben wir uns heute gerne mit Engeln. Heutzutage sind sie die harmlose Seite der Spiritualität. Mit ihnen verbinden wir die Hoffnung, dass alles einen guten Verlauf nimmt.
Die Sternenumkränzte
Viele Mariendarstellungen orientieren sich an der Beschreibung einer Frau, die in der Offenbarung des Johannes gegeben wird. Diese Frau wird mit Maria gleichgesetzt, weil sie einen Sohn geboren, der bedroht war und zu Gott entrückt wurde. »Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.« (Offg 12,1) So steht Maria, auf der Erdkugel, mit dem Mond zu ihren Füßen. Die Sonne umstrahlt sie und ein Kranz von Sternen umgibt ihr Haupt. Sie trägt ihren Sohn auf dem Arm. Ganz anders diese Darstellung von Emil Wachter in der Autobahnkirche. Man sieht nur das Gesicht der Frau, ihre Haare wehen im Wind. Ein Kranz aus zwölf Strahlen umgibt sie. Und außen herum ein Kreis mit zwölf Sternen, die wie Edelsteine funkeln.
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