Ein Kind ist uns geboren

Weihnachten ist zwar nicht das wichtigste Fest der Christenheit, aber es ist das, mit dem wir am meisten verbinden können. Es ist ein durch und durch positiver Anlass, weil ein Kind auf die Welt kommt. In diesem Kind, so die christliche Überzeugung, wird Gott Mensch. Nach christlicher Lesart ist es der Messias, der seit Jahrhunderten versprochene Retter, der in die Welt kommt, um das Volk Israel zu erlösen. So heißt es im ersten Testament beim Propheten Jesaja: »1 Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. ... 5 Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt! Und das sind die Ehrennamen, die ihm gegeben werden: umsichtiger Herrscher, mächtiger Held, ewiger Vater, Friedensfürst. 6 Seine Macht wird weit reichen und dauerhafter Frieden wird einkehren. Er wird auf dem Thron Davids regieren und seine Herrschaft wird für immer Bestand haben, weil er sich an die Rechtsordnungen Gottes hält. Der Herr, der Herrscher der Welt, hat es so beschlossen und wird es tun.« (Jesaja 9,1.5-6, Übersetzung Gute Nachricht) 
In jedem Kind erfüllt sich diese Verheißung, jede neugeborene Tochter, jeder neugeborene Sohn ist ein Versprechen auf Zukunft hin. Alles ist offen und lässt uns in die Zukunft ausgreifen. Ob das jetzt der Messias ist oder nicht, ob es ein großer Mensch, der  oder die etwas Großes leistet oder eine/r von vielen wird, das ist bei der Geburt nicht so wichtig. 
Selbst die Bedingungen, unter denen ein Kind auf die Welt kommt, zeichnen nicht unbedingt den Weg vor, den dieser Mensch gehen wird. Wenn uns ein Sohn oder eine Tochter geboren wird, wenn uns ein Kind geschenkt wird, dann öffnet sich der Himmel und die Zukunft bekommt ein Gesicht. Und vor allem: Sie bekommt menschliche Züge. Weihnachten bereitet uns darauf vor, in jedem neugeborenen Kind die Hoffnung zu sehen. In jedem Kind bekommt Gott eine neue Gestalt und verändert die Welt und unser Leben.