Verzweifle nicht

In den verschiedenen Bildmotiven der Autobahnkirche gibt es viele, in denen Emil Wachter seiner Hoffnung auf einen guten Ausgang Ausdruck verleihen will. Er findet dabei reichlich Anhaltspunkte in der biblischen Botschaft. Auch beim Propheten Elia, der selbst mehr als einmal der Verzweiflung nahe war, gibt es viele Worte, die Mut machen sollen. Es ist ja die Aufgabe eines Propheten, neben der Zeitansage, die die Menschen zum Umdenken bewegen soll, eine Perspektive zu eröffnen, für die es sich zu leben lohnt. Emil Wachter wird nicht müde, das immer wieder neu darzustellen. Am Elia-Turm finden wir eine besondere Darstellung, die nicht nur der Verzweiflung Einhalt gebietet, sondern in der Elia sagt, dass du kein Recht darauf hast, verzweifelt zu sein. Auf die Bitte Elias hin, ihm etwas zu trinken und zu essen zu geben, antwortet eine Witwe in der Stadt Sarepta: 12 »So gewiss der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe keinen Bissen mehr, nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und ein paar Tropfen Öl im Krug. Ich lese gerade ein paar Holzstücke auf und will mir und meinem Sohn die letzte Mahlzeit bereiten. Dann müssen wir sterben.« (1 Könige 17,12, Übersetzung Gute Nachricht) Diese Zwangsläufigkeit des Sterbens ist, was Elia aufstachelt. Er widerspricht ihr nicht, sondern er handelt, bzw. er fordert sie auf, etwas zu tun und zwar, das, was er verlangt: »Geh heim und tu, was du vorhast. Aber backe zuerst für mich ein kleines Fladenbrot und bring es zu mir heraus. Den Rest kannst du dann für dich und deinen Sohn zubereiten. Hab keine Angst, 14 denn der Herr, der Gott Israels, hat versprochen: Der Mehltopf wird nicht leer und das Öl im Krug versiegt nicht, bis ich es wieder regnen lasse.« (1 Könige 17,13-14)

Quelle: Norbert Kasper

Elia ermutigt und fordert auf, er zeigt, was das beste Mittel gegen eine aufkommende Verzweiflung ist: Etwas zu tun. So deute ich auch die Darstellung am Elia-Turm: Freundlich und bestimmt tritt Elia auf, er lässt der Frau keine andere Wahl. Und das ist die Botschaft dahinter: Verzweiflung hat nicht das letzte Wort, es gibt immer noch etwas zu tun. Resignation kann nicht die Lösung sein. Deshalb fordert er auf, er zwingt sie zum Handeln, er lässt sie sogar im Glauben, dass das ihre letzte Mahlzeit sein wird. Und dadurch, dass sie wieder etwas tut, hat auch bei ihr die Verzweiflung keine Chance.