An der Westseite des Noah-Turmes sehen wir eine sonderbare Darstellung. Ein kopfloser Mensch sitzt da. Er ist nackt und hält eine Schlange mit einem Menschenkopf in der Hand. Dieser Kopf trägt eine Brille, das Zeichen für einen gelehrten Menschen. Drum herum sind mehrere Köpfe zu sehen. Bei jedem hat man den Eindruck, dass er redet. Emil Wachter möchte mit diesem Relief die Folgen des Turmbaus von Babel darstellen. Durch die Überheblichkeit der Menschen, einen Turm zu bauen, der bis in den Himmel reicht, das heißt also wieder einmal so zu werden wie Gott, zerstreiten sie sich, das Projekt scheitert kläglich. Sie werden in alle Winde zerstreut, weil sie sich nicht mehr verständigen können und sich nicht mehr verstehen. Im Buch Genesis ist das die Erklärung dafür, warum es so viele Sprachen auf der Welt gibt. Tiefer gesehen auch eine symbolische Erzählung darüber, warum sich Menschen entzweien und sich nicht mehr verstehen.
Der kopflose Mensch verbündet sich mit dem Satan, dargestellt durch die Schlange. Er kommt im Gewand der Gelehrsamkeit zu ihm, doch diese hilft nicht. Der Satan spricht, aber niemand hört ihm zu, weil jeder für sich redet. Und da sind wir ganz nah bei dem, was wir jeden Tag erleben. Es wird so viel gesprochen wie nie zuvor. Wir werden mit Nachrichten und Informationen überschüttet. Heute erhält ein Mensch mehr Informationen an einem Tag wie im Mittelalter in einem ganzen Leben. Das ist zuviel und wir verarbeiten es nicht mehr. Wir machen die Erfahrung, dass wir vieles nicht mehr verstehen. Das liegt aber nicht an den vielen Sprachen, sondern daran, dass wir bei dem Stimmengewirr nicht mehr zuhören. Vielleicht auch gar nicht mehr zuhören können. Dann wird nur noch gesprochen. Wir hören nur noch zu, nicht um zu verstehen, sondern um möglichst schnell selbst zu reden, nicht um zu antworten und miteinander zu sprechen, sondern nur noch sein eigenes Statement von sich zu geben. Wahrlich kein Wunder, wenn wir uns nicht mehr verstehen.
Der kopflose Mensch verbündet sich mit dem Satan, dargestellt durch die Schlange. Er kommt im Gewand der Gelehrsamkeit zu ihm, doch diese hilft nicht. Der Satan spricht, aber niemand hört ihm zu, weil jeder für sich redet. Und da sind wir ganz nah bei dem, was wir jeden Tag erleben. Es wird so viel gesprochen wie nie zuvor. Wir werden mit Nachrichten und Informationen überschüttet. Heute erhält ein Mensch mehr Informationen an einem Tag wie im Mittelalter in einem ganzen Leben. Das ist zuviel und wir verarbeiten es nicht mehr. Wir machen die Erfahrung, dass wir vieles nicht mehr verstehen. Das liegt aber nicht an den vielen Sprachen, sondern daran, dass wir bei dem Stimmengewirr nicht mehr zuhören. Vielleicht auch gar nicht mehr zuhören können. Dann wird nur noch gesprochen. Wir hören nur noch zu, nicht um zu verstehen, sondern um möglichst schnell selbst zu reden, nicht um zu antworten und miteinander zu sprechen, sondern nur noch sein eigenes Statement von sich zu geben. Wahrlich kein Wunder, wenn wir uns nicht mehr verstehen.











