Alles, was wir brauchen

Es gehört zu den anrührendsten Bildern, wenn ein Vogel am Nest bei seinen Jungen gezeigt wird. Der Elternvogel, der die aufgesperrten Schnäbel seiner Jungen mit Futter stopft. Dieses Bild spricht nicht nur Kinder an, sondern es bewegt auch die Erwachsenen, denn es rührt an eine Sehnsucht, nach Fülle und Versorgt-sein. Man muss sich nicht kümmern, nur warten bis die Eltern zurückkommen und Futter bringen. Es ist auch ein Bild für die Sorge Gottes um die Menschen und ein Sehnsuchtsort für den, der sich von Gott verlassen fühlt. Der Beter des Psalmes 84 betet: »Sogar die Vögel dürfen bei dir wohnen; die Schwalben bauen ihr Nest bei deinen Altären und ziehen dort ihre Jungen auf.« (Psalm 84,4 Übersetzung Gute Nachricht) Den Vögeln geht es besser als ihm selbst, denn sie dürfen beim Tempel nisten, von dem er so weit entfernt ist. Das Nest, in dem er versorgt würde, in dem Gott auf ihn schauen würde, ist für ihn unerreichbar. 
Wir finden diese Darstellung an der Innenseite der Südtür der Autobahnkirche. Da lesen wir auch die Bitte aus dem Vaterunser nach dem täglichen Brot. Das Nest mit den Vogeljungen ergänzt diese Bitte und weitet sie auf das ganze Leben aus. Wir sind darauf angewiesen, dass Gott nach uns schaut. Wir brauchen Fürsorge, wir sind überfordert, wenn wir alles für uns alleine regeln müssten. Sicherlich werden wir von Gott nicht gefüttert, aber es reicht, wenn wir uns bewusst machen, dass das, was wir zum Leben brauchen, nicht selbstverständlich ist. 
Wir sorgen für unseren Lebensunterhalt und können uns so in Sicherheit wiegen, aber das ist eine trügerische Sicherheit, die nur jetzt gilt, sie kann ganz schnell zu Ende sein. Da ist das Bild von den Vogeljungen, die versorgt werden, ein tröstendes Bild, denn es verweist uns auf etwas Größeres. Wir wissen nicht, was wir morgen essen können, aber wir vertrauen darauf, dass es gut wird, dass wir uns fühlen können wie ein junger Vogel im Nest, behütet und versorgt.