Ich will schweigen

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Wir leben in einer ziemlich lauten Welt. Die meiste Zeit sind wir von Geräuschen umgeben. Waren es früher eher die Laute, die die Natur hervorgebracht hat, sind es jetzt zunehmend künstliche Geräusche von Geräten, Motoren, Radios und alle möglichen anderen Geräusche. Wir können fast schon von einer Geräuschverschmutzung sprechen. Wir selbst tragen zu dieser Inflation von Dezibel und Tönen bei, indem wir sehr viel reden. Da nimmt es nicht wunder, dass die Sehnsucht nach Stille immer größer wird und Räume gesucht werden, in denen ich Stille finden und vor allem auch mal schweigen kann. Die Sehnsucht nach Stille steht im Zusammenhang mit einem Bedürfnis, nicht reden zu müssen. 
Wir wissen alle, dass das sehr schwer fällt. Stille auszuhalten gehört mit zu dem schwersten, was wir als moderne Menschen tun können. Wenn es still ist, dann sind wir von nichts abgelenkt. Wir werden eher mit unseren eigenen Antrieben konfrontiert und müssen uns selbst aushalten. Der Griff zum Einschaltknopf am Radio, der Blick auf das Smartphone, oder das Reden mit anderen liegt nahe. Es ist nun aber nicht so, dass Stille passiert oder uns widerfährt. Im Gegenteil! Wir müssen dafür sorgen, dass wir still sind. Das setzt nicht einmal voraus, dass es um uns herum leise ist. Der erste Schritt besteht darin, dass wir uns in die Stille begeben. 
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Meister Eckhart sagt: »Ich will sitzen und will schweigen und will hören, was Gott in mir redet.« Es ist die bewusste Entscheidung zur Stille, zum Schweigen, die Stille erst möglich macht. Ich kann zwar dazu gezwungen werden, aber das ist nicht die Stille, die hilfreich ist. Erst, wenn ich mich ganz bewusst zum Schweigen entscheide, dann kann ich auch dabei bleiben. Zu dieser Entscheidung lädt das Fenster in der Westseite der Autobahnkirche ein. Wenig Ablenkung, konzentriert auf das Licht, das durch die klaren Glassteine hindurch scheint hilft uns, still zu werden und zu schweigen. Man muss es ausprobieren - und aushalten!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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