Lust am Weltuntergang

Wir Menschen sind Wesen, die gerne nach vorne schauen und deren Leben und Streben von Hoffnung geprägt ist. Da verwundert es dann doch, dass wir uns sehr gerne mit Fantasien beschäftigen, die sich um das Ende der Welt und allen Lebens drehen. Das mag daher kommen, dass wir heute in der Lage sind, unsere Welt selbst zu zerstören, aber auch in frühen Zeiten hat das Ende der Welt die Menschen immer wieder fasziniert. Sie haben sich Geschichten darüber erzählt, wie die Welt enden wird. Da ist dann von großer Verzweiflung und vielfältigem Schrecken die Rede, wir schaudern und können uns doch nicht abwenden. In der Gegenwart sind es dann Filme die zu Kassenschlagern werden, weil sie das Ende der Welt durch einen Meteoriteneinschlag, durch den Besuch von Außerirdischen oder durch andere Katastrophen ausmalen. Und wir schauen zu! Warum ist das so, dass wir uns wie die Frau in der Darstellung am Johannes-Turm auf der einen Seite abwenden und fliehen, auf der anderen magisch, fast schon erotisch angezogen werden von dem Schrecken, der uns blühen kann
Ein Versuch, es zu erklären, ist die Angst vor dem eigenen Tod. Diese Angst kennt jeder Mensch und versucht damit auf seine oder ihre eigene Art fertig zu werden. Dass wir sterben müssen ist eine Beleidigung unseres Lebenswillens und der Hoffnung auf eine Besserung. Da kann es leichter zu ertragen sein, wenn das Leben nicht so ganz normal weitergeht, nur ohne mich. 
Wenn alles vernichtet wird, dann kann man sich besser mit seinem Schicksal abfinden und dass man selbst sterblich ist. Das, was mich trifft, steht  auch allen anderen bevor und zwar nicht in einer irgendwie fernen Zukunft, sondern recht bald. Es geht um die Welt, wie wir sie kennen, und die Menschen, um die wir wissen. Wenn alles andere auch zugrunde geht, dann kann das ein Trost sein. Wenn man es sich aber genauer durchdenkt, spürt man aber, dass das nicht tröstlich ist, denn wir wollen ja nicht, dass alles endet. So bleibt uns nur, uns mit der eigenen Sterblichkeit abzufinden und damit zu leben. So wird die Apokalypse nicht zum Todesbild sondern zur Lebenshilfe.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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