Essen, um sich zu erinnern

Bilderwelt 377 ABK Mose-Fries O - Essen  um sich zu erinnern 1zu5.jpg
Ritualisierte Mahlzeiten gehören bei uns zum Alltag. Bei Familienfesten und anderen Anlässen berufen wir uns auf alte Traditionen, die in der Familie oder der jeweiligen Kultur üblich sind. Mit diesen Ritualen schaffen wir uns so etwas wir Heimat und drücken die Verbundenheit untereinander aus, denn die, die da miteinander essen, wissen, worum es geht. Nicht selten werden zu solchen Anlässen auch Erinnerungen aufgefrischt und Gegebenheiten erzählt, die diese Bindung stärken. Beim gemeinsamen Essen erinnert man sich an das, was uns ausmacht. Oft werden dann ganz bestimmte Gerichte gereicht, das besondere Geschirr kommt zum Einsatz und man folgt besonderen Ritualen. Da ist der Schritt zur religiösen Qualität nicht weit.
Ein besonderes Essen ist das Pessah-Mahl, das zum ersten Mal zum Auftakt der Flucht aus Ägypten gegessen wurde. In Anlehnung an diese Flucht wird ein besonderes Ritual zugrunde gelegt, mit dem dieses Ereignis jedes Jahr neu in Erinnerung gerufen wird. Es muss ein bestimmtes Schaf- oder Ziegenböckchen sein, das geschlachtet wird. Es muss am Feuer gebraten werden. Man backt ein besonderes Brot, das auf der Flucht zubereitet und gegessen werden kann. Es werden spezielle Kräuter verwendet, die an die herbe Zeit in der Sklaverei in Ägypten erinnern sollen. Es werden in einer bestimmten Reihenfolge Becher mit Wein getrunken. Das Mahl wird hastig zu sich genommen, weil man ja schnell aufbrechen muss. Schließlich schreibt der Ritus vor, dass das jüngste Mitglied der Familie Fragen stellt, die rituell beantwortet werden. So wird in Erinnerung gerufen, was vor über dreitausend Jahren in Ägypten geschehen sein soll. Mit diesem Mahl erinnert man sich nicht nur, sondern man bringt jenes Ereignis von damals in eine ganz andere Kultur und von einem geschichtlichen Ort in die Gegenwart und in die Gemeinschaft zurück, die sich versammelt hat. 
Bilderwelt 377 Lageplan.jpg
Dieses Mahl stiftet eine Gemeinschaft und bringt Menschen in einem anderen Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschichte in Berührung. Das Geschehen wird wieder gegenwärtig, man holt es in die neue Zeit und an den neuen Ort und weiß, dass es immer noch wirkt. Vor allem wird mit diesem Mahl die Zusage und der Schutz Gottes erneuert. So wirkt ein Ereignis aus der Vergangenheit in die Gegenwart und hoffentlich weit in die Zukunft hinein.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 15.09.2026
Kontemplation
Di. 22.09.2026
Kontemplation
Di. 29.09.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.