Zukunft möglich machen

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Es gibt Situationen, in denen weiß man nicht mehr, wie es weitergehen kann. Man zweifelt daran, ob es überhaupt noch eine Zukunft gibt. Das Buch Exodus im ersten Testament beginnt mit solch einer mehr als aussichtslosen Situation. Das Volk der Israeliten wurde von den Ägyptern versklavt, ihre Lebensmöglichkeiten mehr und mehr eingeschränkt. Die Knaben sollten noch als Neugeborene getötet werden, damit das Volk selbst nicht mehr überlebensfähig war. Das war der Punkt, an dem die Kreativität einsetzte. Wenn es um die Zukunft geht, sind Menschen zu Leistungen fähig, die ihnen kaum jemand zugetraut hat.  Eine der Hebräerfrauen bringt einen Sohn zur Welt und versteckt ihn. Als das nicht mehr möglich war, legte sie ihn in ein Binsenkörbchen in den Nil, das von der Tochter des Pharao gefunden wurde. Um es am Leben zu halten wurde eine Hebräerin als Amme gerufen. Wie geplant, wurde die Mutter des Jungen gerufen. Sie stillte ihn und er wuchs auf, zwischen den Welten, bei den Hebräern und am ägyptischen Hof. Das ist, kurz zusammengefasst die Kindheit des Mose, der sein Volk aus der Gefangenschaft führen sollte und ihm so eine neue Zukunft gegeben hat.
Diese Zukunft steht natürlich auf der Kippe, solange das Kind im Nil schwimmt. Aber diese Bedrohung wird zur Zukunft für das ganze Volk. Denn das, was passiert, ist von langer Hand vorbereitet und der Plan geht auf. In diesem kleinen, unschuldigen und bedrohten Kind wird eine Hoffnung für ein ganzes Volk, das am Verzweifeln ist, erweckt. 
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Es sind immer wieder Kinder, die unter besonderen Bedingungen geboren werden oder vor dem Tod bewahrt wurden. ReligionsstifterInnen und begnadete HerrscherInnen hatten solche Kindheitsgeschichten. Ihr Leben war bedroht und sie wurden gerettet. Das ist ein Zeichen für ihre Erwählung durch Gott und wird später ihren Führungsanspruch begründen. Sie können ihr Volk leiten, weil sie die Zukunft darstellen. Sie stehen für das neue Leben, das sich erst noch bilden muss. So wie das kleine Kind, das in einem Binsenkörbchen im Nil dümpelt und dabei nur knapp dem Tod entrinnt.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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