Sie weiß, was sie will

Bilderwelt 369 ABK Johannes-Turm S - Sie weiss  was sie will 1zu5.jpg
Mehrfach taucht am Johannes-Turm das Bildnis einer Frau auf, die zwar nicht häufig im Evangelium genannt wird, die aber doch geschickt die Fäden der Macht zu spinnen weiß. Emil Wachter zeigt Herodias, die Frau des Herodes als eine selbstbewusste Frau, die weiß was sie will. Durch ihre Intrige gelingt es, Johannes gefangenen zu nehmen und zu töten. Sie lässt ihre Tochter Salome vor Herodes tanzen. Sie soll sich als Belohnung für diesen Tanz den Kopf des Täufers erbitten. Sie tut es und Johannes wird getötet. Herodias steht im Schatten ihres Mannes, der in der Bibel als äußerst grausam geschildert wird. Er ist der Inbegriff des tyrannischen Herrschers. Aber Herodias steht ihm in Grausamkeit nicht nach. Sie nutzt ihren Einfluss auf ihren Mann, um Politik zu machen. Sie lässt Missliebige umbringen und muss sich nicht einmal die Hände schmutzig machen. Sie schiebt ihre Tochter und ihren Mann vor, und Johannes wird umgebracht.
Es ist das Spiel einer Machtpolitik, die über Leichen geht. Dieses Spiel haben in der Geschichte Männer und Frauen gespielt, jeweils auf ihre eigene Weise, aber alle auf die selbe Art tödlich. 
Bilderwelt 369 Lageplan.jpg
Dieses Spiel unterscheidet nicht zwischen Männern und Frauen, es geht nur um das Durchsetzen der eigenen Interessen und des eigenen Vorteils. Es gab genügend selbstbewusste Frauen, die als Alleinherrscherinnen oder als Gemahlinnen der Herrscher ihre eigene Blutspur durch die Geschichte gezogen haben. Heute fällen wir das Urteil über sie. Das ist aus unserer Sicht auch richtig. Es waren grausame Zeiten, aber die rechtfertigen nach modernen Maßstäben nicht diese Gewalttaten. Heute müssen wir uns die Frage stellen, wenn wir aus der Geschichte lernen wollen: Wie gehen wir mit unserem Selbstwusstsein um? Wofür setzen wir es ein? Brauchen wir es, um eigenen Interessen zu dienen oder doch dafür, dass sich die Menschheit weiterentwickelt? Ich hoffe das zweite!
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 07.07.2026
Kontemplation
Di. 14.07.2026
Kontemplation
Di. 21.07.2026
Kontemplation
Di. 28.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.