Der erste Europäer

Mythen beschreiben in der Regel keine Geschichte, so wie wir sie kennen. Sie geben Antworten darauf, warum etwas so ist, wie es ist. Das sind dann eher philosophische Erklärungsversuche, die aus der Beschäftigung mit der Welt um uns herum entspringen. In der Noah-Erzählung tauchen verschiedene Mythen auf, unter anderem eine Antwort darauf, warum es einen Regenbogen gibt. Mit den Söhnen Noahs werden in dieser Erzählung die Völker der Erde mit ihren jeweiligen Stammvätern benannt. Ihre Herkunft bezieht sich dann auf den, der am Anfang stand, in diesem Fall Noah. Warum haben sich die Menschen ausgebreitet? Weil die Söhne Noahs, Sem, Cham und Jafet sich die Länder der Welt aufgeteilt haben. Jafet bekam das Gebiet nördlich des Landes Israels zugewiesen und ist damit der Stammvater all derer, die im Norden siedeln, unter anderem auch die Europäer. Emil Wachter hat diesem europäischen Ahnherrn links unten an der Ostseite des Noah-Turm ein Denkmal gesetzt. 
Jafet war einer der Überlebenden der Sintflut, zusammen mit seiner Frau. Gemeinsam begründen sie eine neue Linie des Menschengeschlechts und geben auf diese Weise das Leben und die Kultur weiter. Sie tragen, und dafür steht auch die kleine Pflanze über Jafets Kopf, Lebenskraft in sich und geben sie weiter. In den Mythen werden diesen Stammeltern Eigenschaften zugeschrieben, die in ihren Nachkommen weiterleben. Doch da werden diese Mythen gefährlich, weil sie rassistisch missbraucht werden können. 
Aufgrund der Herkunft auf bestimmte Eigenschaften zu schließen, wegen der Hautfarbe zu bestimmen, was jemand kann oder nicht, welche Vorzüge jemand hat oder was er an schlechten Eigenschaften mit sich herumträgt, das können wir heute nicht mehr aus der Herkunft schließen. Im Blick auf Stammeltern ist eher der mythische Blick wichtig, dass das Leben weitergeht und nicht, wie sie Menschen möglicherweise geprägt haben. Die Besinnung auf den Anfang ist wichtig, doch der Anfang begründet nicht alles und muss Veränderungen ermöglichen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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