Antworten finden

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Es ist immer schwer, die Botschaft der Propheten in der jeweiligen Zeit zu verstehen. Wenn man den Verlauf der Geschichte kennt, fällt das leichter. In der Zeit, in der diese Worte gesprochen werden, treffen sie meist auf Unverständnis. Sie stellen die normalen Verhältnisse in Frage und stoßen die Menschen vor den Kopf. Herrschende werden angegriffen und ihr Machtanspruch  angezweifelt. Aus der historischen Betrachtung stellt sich dann oft heraus, dass die prophetische Botschaft richtig war und die »normalen Verhältnisse« im Unrecht gewesen sind. Doch das hilft den Propheten zu Lebzeiten wenig, denn sie wurden abgelehnt und hatten keine Chance auf ein normales Leben oder an der Teilhabe am Leben der Mehrheit.
So ging es auch Johannes dem Täufer. Heute verehren wir ihn als Heiligen und können gut damit leben, dass er früher einmal unbequem war. Wir haben uns mit ihm arrangiert und seine Verkündigung als wichtigen Teil der christlichen Botschaft integriert. Aber haben wir Antworten auf ihn und seine Botschaft? Genau genommen nicht. Emil Wachter versucht, am Johannes-Turm auf seine Weise eine Antwort zu finden. Drei geheimnisvolle Gestalten zeigen mögliche Reaktionen, die Menschen heute auf Johannes zeigen können. 
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Man kann sich fasziniert ihm zuwenden und doch in eine andere Richtung gehen, wie die Frau links. Zum zweiten könnte man in Aktionismus verfallen und das tun, was vermeintlich das Beste wäre. Schließlich könnten man, wie auf dem dritten Bild zu sehen ist, voller Angst sich die Botschaft des Johannes zu eigen machen und den Untergang der Welt verkünden oder den Kopf in den Sand stecken. Mit all diesen Möglichkeiten wird man Johannes aber nicht gerecht. Er war ein unbequemer Mensch und als das müssen wir ihn sehen. Er hat die Mächtigen angezweifelt und tut das auch heute noch. Und er kritisiert das Verhalten der Menschen seiner Zeit und heute. Er sagt: »Es muss sich was ändern. Du sollst damit anfangen. Hier und jetzt!«
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Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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