Der gar nicht so stolze Pfau

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So kennt man ihn gar nicht, den Pfau. Wir denken, wenn wir das Wort »Pfau« hören, an einen Vogel, der es gar nicht erwarten kann, sich in all seiner Pracht zu zeigen. Hier unterliegen wir aber unseren eigenen Vorstellungen, die wir auf die Tierwelt übertragen. Wir sprechen Tiere menschliche Eigenschaften zu. Ihr Verhalten erinnert uns daran, was wir als Menschen erleben und bei anderen beobachten. Doch das sind unsere Empfindungen und Wertungen und nicht die der Tiere. Der stolze Pfau ist es nur in unseren Augen.
Am Abgang zur Krypta bei der Mose-Treppe sehen wir über unseren Köpfen auch einen Pfau, aber der ist so ganz anders als wie wir ihn darstellen würden. Er schlägt kein Rad, er frisst und pickt, geht seinem Alltagsgeschäft nach und muss nicht possieren oder sich verteidigen und Eindruck schinden. Hier spricht Emil Wachter mit seiner Darstellung eine Einladung aus: »Wenn Du hier in Krypta kommst, musst Du nichts darstellen, Du kannst so sein, wie Du bist. Hier geschieht Dir nichts, Du bist nicht bedroht. Und wenn Du Deinen Alltag hierher mitbringst, dann ist es gut so.« Wenn wir uns diese Haltung zu eigen machen, dann erfüllen wir eine wichtige Eigenschaft, die in der Botschaft Jesu grundgelegt ist. Wir müssen nicht etwas erfüllen, damit wir hier sein dürfen. Wir sind eingeladen, so wie wir sie sind. Wenn uns wir das auf dem Weg in Krypta zu Herzen nehmen, dann heißt das auch, dass wir uns selbst begegnen können. 
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Wir steigen hinab, wir gehen zum Grund, wir gehen zugrunde, würde Meister Eckhart sagen, und entdecken Gott, in der Form, dass wir uns selbst in uns entdecken. Der Abstieg ohne Eitelkeit wird hier eingefordert.  Das gelingt aber nur dann, wenn wir alles das ablegen, was wir in unserem Alltag brauchen oder zumindest meinen zu brauchen. Hier kommen wir nur zum Ziel, zu uns selbst, wenn wir so einfach sind, wie wir wirklich sind, wenn wir alles das ablegen, was zwar einem guten Eindruck dient, aber hilft, uns vor anderen und vor uns selbst zu verstecken. Zuerst müssen wir unseren Stolz ablegen, wenn wir hinabsteigen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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