Entschieden und klar

Bilderwelt 361 ABK Mosetreppe N - Entschieden und klar 1zu5.jpg
Wer ist dieser junge Mann, den wir an der Mosetreppe an der linken Seite sehen, wenn wir in die Krypta hinabsteigen? Schwer zu sagen, wen dieses Flachrelief darstellt. Es könnte einer aus der Führungsriege der geflohenen Israeliten sein. Da stelle ich mir vor, dass es Josua sein könnte, der als Feldherr und Vertreter von Mose das Volk anführt. Ob er das jetzt ist, oder nicht, das ist nicht wichtig. Auf die Haltung, die dieser Mann ausstrahlt, kommt es an. Die ist eindeutig und würde zu Josua passen. Er schaut entschieden nach vorne, er blickt in die Krypta und zeigt den Weg, den die Besucher gehen sollen. So hat er auch dem Volk Israel den Weg gewiesen und ging ihnen bei der nicht immer friedlichen Landnahme in Kanaan voraus. Es ist diese Klarheit, die beeindruckt.
Dieses Gesicht ist eine Herausforderung nicht nur für uns moderne Menschen. Wir werden immer wieder herausgefordert und müssen Stellung beziehen. Wir drücken uns gerne davor und können dem doch nicht ausweichen. Wir tun uns, schwer, entschieden zu sein. Es wird uns zugegebenermaßen auch nicht leicht gemacht. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir zu viele Entscheidungsmöglichkeiten, wir können zwischen Vielem wählen und versuchen dann auch, uns möglichst alles offen zu halten. Entschiedenheit bleibt auf der Strecke. Den entschiedenen Blick haben wir fast schon vergessen. 
Bilderwelt 361 Lageplan.jpg
Wir sind eher unsicher und fragen uns, ob das jetzt wirklich das richtige gewesen ist, was wir entschieden haben. Dann werfen wir es wieder um und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das ist eine der Bedingungen unter denen wir leben. Eine gute Spiritualität kann uns helfen, Entschiedenheit einzuüben. Wir bekommen dabei keine Entscheidungen vorgegeben. Aber wir lernen, mit Gelassenheit und Entschiedenheit zu leben, was wir einmal entschieden haben. Wir lernen auch, die Folgen zu tragen, die Entscheidungen mit sich bringen. Wir sind in einer Zeit von verschobenen Entscheidungen gefordert, entschieden zu leben und damit immer klarer zu werden.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation
Di. 07.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.