Entschieden und klar

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Wer ist dieser junge Mann, den wir an der Mosetreppe an der linken Seite sehen, wenn wir in die Krypta hinabsteigen? Schwer zu sagen, wen dieses Flachrelief darstellt. Es könnte einer aus der Führungsriege der geflohenen Israeliten sein. Da stelle ich mir vor, dass es Josua sein könnte, der als Feldherr und Vertreter von Mose das Volk anführt. Ob er das jetzt ist, oder nicht, das ist nicht wichtig. Auf die Haltung, die dieser Mann ausstrahlt, kommt es an. Die ist eindeutig und würde zu Josua passen. Er schaut entschieden nach vorne, er blickt in die Krypta und zeigt den Weg, den die Besucher gehen sollen. So hat er auch dem Volk Israel den Weg gewiesen und ging ihnen bei der nicht immer friedlichen Landnahme in Kanaan voraus. Es ist diese Klarheit, die beeindruckt.
Dieses Gesicht ist eine Herausforderung nicht nur für uns moderne Menschen. Wir werden immer wieder herausgefordert und müssen Stellung beziehen. Wir drücken uns gerne davor und können dem doch nicht ausweichen. Wir tun uns, schwer, entschieden zu sein. Es wird uns zugegebenermaßen auch nicht leicht gemacht. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir zu viele Entscheidungsmöglichkeiten, wir können zwischen Vielem wählen und versuchen dann auch, uns möglichst alles offen zu halten. Entschiedenheit bleibt auf der Strecke. Den entschiedenen Blick haben wir fast schon vergessen. 
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Wir sind eher unsicher und fragen uns, ob das jetzt wirklich das richtige gewesen ist, was wir entschieden haben. Dann werfen wir es wieder um und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das ist eine der Bedingungen unter denen wir leben. Eine gute Spiritualität kann uns helfen, Entschiedenheit einzuüben. Wir bekommen dabei keine Entscheidungen vorgegeben. Aber wir lernen, mit Gelassenheit und Entschiedenheit zu leben, was wir einmal entschieden haben. Wir lernen auch, die Folgen zu tragen, die Entscheidungen mit sich bringen. Wir sind in einer Zeit von verschobenen Entscheidungen gefordert, entschieden zu leben und damit immer klarer zu werden.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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