Verzweiflung, Wut und Angst

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Wie reagieren wir auf schlechte Nachrichten, wenn unser Leben bedroht ist? Wir kennen verschiedene Phasen. Da ist beispielsweise das Nicht-Wahrhaben-Wollen, dann die Verzweiflung. Wut gehört dazu und das Erschrecken über das Unvermeidbare. Man kommt auch einmal zu dem Punkt, an dem man - notgedrungen oft - sein Schicksal akzeptiert und sich mit dem Unvermeidbaren abfindet. Doch das ist ein langer Weg. Auf jeden Fall braucht es immer eine lange Zeit der Auseinandersetzung, innerlich und im Gespräch mit anderen Menschen. Eines ist sicher: Eine perfekte Antwort gibt es nicht, jeder Mensch muss sie für sich finden und den je eigenen Weg durchlaufen, bei dem der eine oder andere Schritt ausfallen kann, bei dem man manchmal für einen Schritt sehr lange braucht. Am Johannes-Turm hat Emil Wachter eine Frau dargestellt, die dieses Gefühlschaos leibhaftig ausdrückt. Ein Arm schützend über den Kopf gehalten, den Körper abgewandt, das Gesicht in die andere Richtung zeigend, drückt sie den Widerstreit der Gefühle aus. Zwischen Agonie und Aktionismus sehen wir alles, was möglich ist. Wir spüren die Dynamik, die in diesen Prozessen steckt, von der man im Vorfeld nie weiß, wohin sie führen wird. 
Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden und gehen. Der- oder diejenige, die es mitbekommt, kann nur begleitend helfen, man kann sehr wenig dazu beitragen, außer dass man da ist und die Ratlosigkeit, die Angst und das Ringen um eine Antwort aushält. 
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Angst und Verzweiflung kann man nicht abnehmen, den Schrecken, der von außen an einen herangetragen wird, kann man nicht mindern, die Wut, die einem begegnet muss man aushalten, vielleicht auch mal dazu ermutigen. Es bleibt eine große Herausforderung für alle Beteiligten, wenn man selbst nicht mehr viel tun kann und sich ausgeliefert fühlt. Die Apokalypse als das letzte Szenario, das uns alle betreffen kann, ist dabei gar nicht so anders als die kleinen, privaten Weltuntergänge. Verzweiflung und Angst kommen gemeinsam vor und müssen ausgehalten werden. Das ist dann auch nichts Besonderes mehr, denn das ist uns nur zu vertraut.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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