Geschönte Kante

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Die Wände der Autobahnkirche und besonders die der Krypta sind aus hartem, unnachgiebigem Beton. Da kommt es zwangsläufig auch zu Kanten und Ecken, an denen man sich heftig stoßen kann. So ein Stoß ist schmerzhaft. Kanten lassen sich nicht vermeiden, wenn man sich nicht für einen Bau entscheidet, an dem alles gerundet ist. Die Kanten im Beton sind besonders scharf, zum Teil sogar so spitz, dass schon ein leichter Stoß ausreicht, um sich zu verletzen. Emil Wachter ist sich dieses Problems bewusst gewesen und hat versucht, Ecken und Kanten zu verschärfen. Das ist ihm mehr als gelungen. Scharfe Kanten lassen sich nicht vermeiden. Das einzige, was er tun konnte ist, dass er sie immer wieder aufgebrochen hat. Da setzt sich ein Muster auf der anderen Seite des Ecks fort, so dass eine Kante nicht mehr einheitlich ist. Sie wird ungenau, sogar unfassbarer, man weiß nicht mehr so recht, wo sie verläuft. Die gebrochene Kante besteht aus Beton und es wird für noch mehr Schärfe gesorgt. Was schön aussieht, das kann weh tun. Das, was als Zeichen für Rettung und Erlösung gebaut wurde, in diesem Fall diese Kirche, kann auch für Verletzungen sorgen und so mancher hat sich an diesen Ecken schon gestoßen und weh getan. Aber ein Kantenschutz, wie man ihn wegen Sicherheitsüberlegungen anbringen könnte, verbietet sich natürlich bei diesem Kunstwerk.
Das gilt aber auch im übertragenen Sinn. Wenn sich eine Institution verfestigt, wenn sie Gestalt und Form gewinnt, dann wird sie auch härter und man wird sich daran stoßen. 
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Sie verletzt, schließt Menschen aus, sperrt andere ein. Da hilft kein schönes Muster, das die Gefährlichkeit verdeckt. Man kann die verletzende Eigenschaft von Institutionen nicht unter Kunst zudecken, auch wenn das immer wieder versucht wird. Das, was schön ist und Hilfe anbietet, hat auch seine Schattenseiten. Ohne sich darauf Hinauszureden lassen sie sich auch nicht  vermeiden. Wir brauchen aber ein Bewusstsein für die Gefährlichkeit für Ecken und Kanten, dann vermeiden wir es, dass sie und gefährlich werden und weh tun.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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