Mit Drachen kämpfen

In der Literatur und im Film gehören Kämpfe mit Drachen zum größten, was beschrieben werden kann. In der Fantasy-Literatur kämpfen der Held oder die Heldin immer wieder gegen Drachen und bewähren sich dabei. Der Sieg über den Drachen wird zur Bestätigung eines Macht- und Herrschaftsanspruchs, der dann eingelöst wird. Oft ist der Sieg über den Drachen auch verbunden mit einer besonderen Gabe, beispielsweise Unverletzlichkeit, einem großer Schatz, einem besonderes Schwert oder der Gewinn einer Partnerin oder eines Partners. Wer mit Drachen kämpft ist mutig und stellt sich dem Unausweichlichen. Wer mit Drachen kämpft ist vorausschauend und im Kampf erfahren, denn ein Anfänger hat kaum eine Chance gegen einen solch mächtigen Gegner.
In der Apokalypse taucht in der Endzeit ein Drache auf, der die Erde zerstört und die Menschheit bedroht. Emil Wachter hat ihm im Ostfenster der Autobahnkirche ein Gesicht und Waffen in die Hände gegeben. Dieser Drache kämpft, er ist ein Werkzeug der letzten Tage, wie es die Apokalypse beschreibt. Doch wir müssen diese fantastische Schilderung des Johannes gar nicht bemühen, um zu wissen, dass Drachen immer auch eine Wirklichkeit für uns darstellen. Psychologisch betrachtet steht der Drache für die mächtigen, nicht bewussten Anteile unserer Persönlichkeit. Oft sind es die Ängste, die uns von Grund auf bestimmen. Um sie zu bekämpfen, um sich ihnen zu stellen, müssen wir in uns selbst, in die Drachenhöhle, das ist sinnbildlich ihr Ort, hinabsteigen. Wir brauchen Mut und Erfahrung, um dem zu begegnen, was sich uns dort entgegenstellt. Wir brauchen Selbstvertrauen und ein Ziel, um diesen Kampf zu beginnen. Jeder ist ein Drachenkämpfer, jede eine Drachenkämpferin. Wir können diesen Kampf aufnehmen, weil wir wissen, dass wir nicht allein sind. Wie in Sagen und Legenden kämpfen wir unseren Kampf zwar jede und jeder für sich, aber wir kennen andere, die ihn schon gekämpft und gewonnen haben. Sie teilen ihre Erfahrungen mit uns und bereiten uns vor. Wer hilft Dir?
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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